Magdeburg l Wegen eines Gift-alarms ist am Freitagnachmittag eine Beisetzung auf dem Magdeburger Osfriedhof kurzfristig gestoppt worden. Grund war, dass Friedhofsmitarbeiter beim Ausheben des Grabes einen ungewöhnlichen Geruch wahrnahmen und die Feuerwehr alarmierten. Weil in der Nähe auch ein Pistolenhalfter, Weltkriegsschutt und Knochen gefunden wurden, alarmierten die Einsatzkräfte auch den Kampfmittelbeseitigungsdienst. Das Grab wurde abgesperrt, die Beisetzung musste an einer anderen Stelle auf dem Friedhof stattfinden. Die Trauernden warteten auf dem Friedhof, bis das neue Grab ausgehoben war.

Währenddessen nahmen ABC-Spezialisten Luft- und Bodenproben zur Auswertung mit in das Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge. "Das roch wie Eukalyptus", sagte ein Feuerwehrmann am Einsatzort. Im Labor stellte sich heraus, dass es sich bei dem Stoff wahrscheinlich um Formaldehyd handelt. Formaldehyd-Lösungen (kurz: Formalin) werden unter anderem zur Leichenkonservierung und zur Konservierung von anatomischen und biologischen Präparaten genutzt. In hoher Konzentration ist es lebensgefährlich. Wie und warum der Stoff bei dem frisch ausgehobenen Grab am Magdeburger Ostfriedhof auftrat, war bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren.

Der Ostfriedhof ist ein städtischer Friedhof. Auf mehr als 65000 Quadratmetern befinden sich insgesamt 4000 Grabstätten.