Magdeburg l "Wer eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung hat, ist herzlich willkommen", sagte Verbandsdirektor Ronald Meißner der Volksstimme. "Aber Leuten, die sich noch im Asylverfahren befinden, können wir keine Wohnung vermitteln."

Etwa 70 Prozent der Asylbewerber würden ohnehin wieder in ihre Heimatländer zurückgeführt werden, eine kurzzeitige Unterbringung bringe Unruhe in die Nachbarschaften, so der Verbandschef weiter. "Integration funktioniert erst, wenn die Menschen auch eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis haben."

Wohnungswirtschaft will zentrale Unterbringung


Landesweit stehen derzeit rund 120.000 Wohnungen leer. 40.000 von ihnen befinden sich im Besitz der 200 kommunalen Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften, die sich von der Wohnungswirtschaft politisch vertreten lassen. Der Rest der Wohnungen gehört privaten Unternehmen oder Eigentümern.

Nach Ansicht der Wohnungswirtschaft sollten die Asylbewerber weiterhin in zentralen Unterkünften einquartiert werden. "Die konzentrierte Unterbringung ist unverzichtbar, wir fordern aber, dass der Bund die Asylverfahren beschleunigt", so Meißner.

Wegen akuter Platznot hat das Land erst kürzlich beschlossen, auf dem Gelände der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt ein Containerdorf für 500 Flüchtlinge aufstellen zu lassen. Die Gesamtkapazität dort erhöht sich so auf 1700 Betten. Da die Asylbewerber in Halberstadt aber nur drei Wochen verbringen und anschließend auf die Kommunen verteilt werden, müssen auch die Städte und Gemeinden Wohnraum organisieren.

Forderung nach mehr Sozialarbeitern


Nicht jede Wohnungsgesellschaft steht Asylbewerbern dabei kritisch gegenüber wie der Interessenverband auf Landesebene. In Oschersleben erklärten sich Wohnungsgesellschaften Bewos und "Neues Leben" bereit, Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

Die Stadt Magdeburg hat wiederum von einem privaten Unternehmen Gebäude angemietet, in denen 500 Asylbewerber Platz finden sollen. Die Notlösung schlägt mit Kosten von 11,5 Millionen Euro zu Buche. Jene, die eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis erhalten, will die Wohnungswirtschaft zwar grundsätzlich unterbringen.

Aber: "Wir wollen die gleichen Mietsätze von den Städten und Kreisen erstattet bekommen wie bei den Hartz-IV-Empfängern", so Ronald Meißner. Zudem sei Integration nicht mit Wohnen gleichzusetzen. "Das Land muss mehr Sozialarbeiter finanzieren, die bei der Integration helfen." Der Personalschlüssel müsse bei eins zu 100 liegen. Nur dann könnten Flüchtlinge auch dezentral untergebracht werden. "Wünschenswert wäre eine Familie pro Hauseingang."