Herigsdorf (dpa/vs) l Im Mansfelder Land soll das Suhlen in einer Schlammkuhle den Winter endgültig vertreiben. "Dreckschweinfest" nennt sich der bizarre Brauch, der am Pfingstmontag (25. Mai) wieder glitscht. Junge Burschen werfen sich dabei als "Dreckschweine" in eine Schlammkuhle. Nach dieser Prozedur reinigen sie sich und ziehen in strahlend weißer Kleidung - dem Symbol des Frühlings - in einer Prozession durchs Dorf. Ritueller Sinn des uralten, vorchristlichen Brauchs ist die endgültige Vertreibung des Winters.

Traditionell findet das seltsame Treiben in sechs Dörfern statt: Annarode, Blankenheim, Kreisfeld, Hergisdorf, Ahlsdorf und Ziegelrode. Zu dem Stelldichein gehört auch das gekonnte Knallen mit langen Peitschen.

Im Jahr 1620 wurde der Brauch erstmals schriftlich in einem Kirchenbuch erwähnt, ist aber mit Sicherheit deutlich älter, wie die Einheimischen glauben. Und soll auch noch lange dauern: Der 35 Mitglieder starke Hergisdorfer Dreckschwein-Verein bemüht sich um Nachwuchs. Schon ab vier Jahren dürfen die Kleinsten mitmachen, allerdings nur beim Peitschenknallen. Vermutlich, weil in der Altersklasse das Schlammbaden nichts Besonderes ist.