Magdeburg (dpa/vs) l In der Debatte um die Unterbringung von Flüchtlingen in den Kommunen ist die Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalts in die Offensive gegangen. Die Unternehmen seien bereit, Wohnungen auch an Flüchtlinge zu vermieten, betonte Verbandschef Jost Riecke am Donnerstag in Magdeburg.

Ein Mittel gegen den Leerstand sei das dennoch nicht, so Ronald Meißner vom Verband der Wohnungsgenossenschaften. Riecke und Meißner forderten das Land auf, für Flüchtlinge ähnlich wie in Gemeinschaftsunterkünften Sozialarbeiter bereitzustellen, um ein gutes Zusammenleben mit den restlichen Mietern zu gewährleisten.

Dass viele Kommunen trotz des hohen Leerstandes Probleme mit der Unterbringung von Flüchtlingen haben, habe viele Gründe. So seien frisch sanierte Wohnungen oftmals zu teuer, und ein Teil der leerstehenden Wohnungen sei für den Abriss vorgesehen und derzeit nicht bewohnbar. Auch könnten die Kommunen nur Wohnungen anmieten, wenn sie auch Schulen oder medizinische Betreuung sicherstellen könnten - was bei abgelegenen Anlagen nicht unbedingt der Fall sei.

Holger Neumann, Präsident des Verbandes der privaten Eigentümer, kritisierte, dass viele Flüchtlinge nur geduldet würden und deshalb gar keinen Anspruch auf Unterbringung außerhalb einer Gemeinschaftsunterkunft hätten. Er regte eine kommunale Greencard an, die es Kommunen ermöglichen könnte, bleibewillige Flüchtlinge dauerhaft zu integrieren.