Magdeburg/Halle (dpa) l Sie rosten am Bahnhof vor sich hin oder liegen nach einem Stadtfest im Straßengraben. Die Kommunen in Sachsen-Anhalt müssen pro Jahr zahlreiche "Fahrradleichen" entsorgen. Einige Städte versteigern die herrenlosen Räder auf großen Auktionen. Andere geben sie an gemeinnützige Vereine, die sie herrichten und weiterverkaufen.

Für ganz alte Räder reicht der Weg nur noch bis zum Schrottplatz. Wie hoch die Entsorgungskosten für die Kommunen sind, kann nicht beziffert werden. "Es werden immer mehr Räder auf den Straßen", sagte der Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen-Anhalt, Christoph Deike, in Magdeburg.

Nach Ergebnissen des aktuellen Fahrrad-Monitors Deutschland 2013 haben fast drei Viertel aller Deutschen ein Rad zu Hause. Gerade an großen Plätzen wie Bahnhöfen oder Einkaufszentren werden häufig kaputte Räder stehen gelassen. "Das Problem mit den Fahrradleichen wächst", sagte er. Die Entsorgung bleibt meist an den Kommunen hängen.

Magdeburg sammelt zweimal jährlich Fahrräder ein

"Wir kennen das Problem", sagte Naumburgs Stadtsprecher Felix Prescher. Wenn nach einer längeren Zeit kein Besitzer kommt, um sein Fahrrad abzuholen, kümmert sich das Ordnungsamt. Spätestens alle zwei Jahre werden die eingesammelten Räder versteigert. Was nicht weggeht, muss später verschrottet werden. Das koste, so Prescher.

In Magdeburg werden die Fahrradleichen zweimal im Jahr eingesammelt. Das macht am Ende rund 75 alte Räder. Eine von der Arbeitsagentur geförderte Firma bekommt sie. Mitarbeiter reparieren Schrammen und platte Reifen. Danach werden sie weiterverkauft.

Auch Dessau-Roßlau versteigert alte Räder. Auf dem Schrottplatz landet am Ende aber nichts. "Nicht versteigerte Fahrräder werden an gemeinnützige Vereine zur Aufarbeitung und weiteren Verwendung abgegeben", erklärte Stadtsprecher Carsten Sauer.

Das passiert auch in Halle. Nach Angaben der dortigen Stadtverwaltung werden rund 60 Fahrradwracks im Jahr dem Verein Schöpfkelle übergeben.