Lust auf Köthen? Lust auf den Sachsen-Anhalt-Tag? Morgen um 15.30 Uhr ist Eröffnung. Infos zum Sachsen-Anhalt-Tag 2015 im Internet.


Verkehrshinweis zum Sachsen-Anhalt-Tag
Das letzte Teilstück der Bundesstraße 6n zwischen dem Harz und Köthen wird rechtzeitig vor dem Landesfest am Freitag um 10 Uhr freigegeben. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kommt extra zur Eröffnung.

Die B6n - in diesem Bereich mit wechselseitiger Überholspur - führt den Verkehr weiträumig um das Nadelöhr Bernburg und um Köthen herum. Von Magdeburg und dem Harz aus kommen Besucher in Zukunft in 30 bis 45 Minuten nach Köthen.

Der Bau der B6n hat 1998 begonnen. Die autobahnähnliche Straße soll den Harz mit der A14 (Anschluss 2011) und der A9 verbinden. Östlich von Köthen soll die B6n bis 2018 fertiggestellt sein. Bis zur A9 fehlt noch ein 15 Kilometer langer Abschnitt.

Beim Sachsen-Anhalt-Tag ist die Innenstadt von Köthen für Pkw komplett gesperrt. 3000 Parkplätze stehen ausgeschildert am Stadtrand zur Verfügung. Bus-Shuttle fahren für Gäste im Zehn-Minuten-Takt.

Köthen l Vom Sachsen-Anhalt-Tag war in den vergangenen Monaten in der 28.000-Einwohner-Stadt Köthen viel die Rede. Aber so richtig spürbar wird die Aufregung erst seit Wochenmitte. Stadtbedienstete in orangefarbenen Uniformen düsen durch die Gassen und hängen Verkehrszeichen zu, bauen Absperrgitter um Hydranten herum. Dazu Buden-Baustellen in fast jeder Straße.

Auf dem großen Marktplatz vor der Sankt-Jakob-Kirche im Zentrum der Stadt wird am Dienstag die große Showbühne des MDR errichtet. Der ganze Marktplatz ein Zuschauerraum. Vor der Bühne werden auf dem Markt über 10.000 Partyfans Platz finden.

"Hier wird sicherlich richtig viel los sein", ist sich Gerald Fuchs sicher. Der Eventmanager wird im Auftrag des Landes schon seit vielen Jahren den Städten zur Seite gestellt, die das Landesfest ausrichten. Wie sind die Laufwege? Welches Regionaldorf passt wohin? Fuchs kennt sich aus. Köthen hat es dem Organisator aber leicht gemacht. "In den Straßen und Gassen des mittelalterlichen Stadtkerns und auf den vielen kleinen Plätzen lassen sich die Fest-Gruppen perfekt verteilen", erzählt er beim Rundgang.

Köthens Geheimtipp ist der Prinzessingarten


Zum Beispiel die "Gesundheitsmeile" in der Wallstraße. Gleich gegenüber dem Ludwigsgymnasium hat der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann (1755 - 1843), im 19. Jahrhundert gewirkt. Heute hat der homöopathische Weltärzteverband seinen Sitz in Köthen. Die Straße entlang an dem fein restaurierten Gemäuer von Hahnemann wird es zum Landesfest nun rund um die Gesundheit gehen.

Die Lindenstraße am Köthener Schloss wird passend zum Umfeld zum barocken "Prinzessingarten". "Das ist mein ganz persönlicher Geheimtipp. Ein Verein lädt dort mit riesigem Holzspielzeug zum Mitmachen ein. Und die Königliche Hofschneiderei aus Merseburg lustwandelt in barocken Kostümen", erzählt Fuchs. Im Hof des Schlosses - eine der wenigen Baustellen der Stadt - hat mit Radio Brocken eine zweite Medienbühne Quartier bezogen.

Wer durch Köthen spaziert und die Stadt mehr vom Hörensagen kennt, ist positiv überrascht von ihrem Erscheinungsbild. Die unsanierten Häuser - so scheint es - kann man an einer Hand abzählen. Es gibt kaum einen Markt, eine Straße, einen Weg, die nicht mit Blick für das historische Umfeld neu gepflastert wurden. Keine Spur vom viel zitierten "Kuhkaff Köthen". Auch scheinen die vielen Geschäfte, Restaurants und Cafés davon zu künden, dass die Köthener dem Leben in ihrer Stadt freundlich zugewandt sind.

Köthen erwartet 150.000 Besucher


Wirbt Köthen zu wenig für sich? Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander (SPD) schmunzelt: "Also, alle Homöopaten, Ornithologen und Bach-Freunde auf der Welt wissen, wie schön Köthen ist. Denn die kommen regelmäßig zu Kongressen und Festpielen." Zander spielt auf die anderen beiden berühmten Söhne der Stadt an: den Begründer der Vogelkunde in Europa, Johann Friedrich Naumann (1780 - 1857), und den berühmtesten Barockkomponisten, Johann-Sebastian Bach (1685 - 1750). Er freue sich nun auf den Sachsen-Anhalt-Tag. "Mit vermutlich rund 150.000 Gästen wird das die größte Besuchermenge, die jemals in der Stadt war", so der Oberbürgermeister. Und das soll was heißen: Köthen feiert in diesem Jahr das 900. Stadtjubiläum.

Probleme gab es in Vorbereitung des Landesfestes nicht. Fast nicht. Höchstens ein kleines Anekdötchen, welches sich die Köthener aktuell gern erzählen. Als am Stadtmaskottchen "Halli" - dem Halleschen Turm - für den Sachsen-Anhalt-Tag das lustige Gesicht angebracht wurde, meldeten sich kurze Zeit später besorgte Bürger im Rathaus. Eine dunkle Dachluke unter der Nase erinnere verdächtig an das Bärtchen eines gewissen Adolf. Und mit dem soll "Halli" nun wirklich nichts am Hut haben. Die Stadtoberen nahmen die Hinweise nicht auf die leichte Schulter, sondern reagierten prompt. Die Dachluke wurde zugenagelt und farblich dem Mauerwerk angepasst.

Verkehrseinschränkungen zum Sachsen-Anhalt-Tag


"Irgendwie scheinen manche Leute erst jetzt mitbekommen zu haben, dass hier der Sachsen-Anhalt-Tag stattfindet", stöhnt Ina Rauer, Leiterin im Organisationsbüro der Stadt. Seit Dienstag klingeln die Telefone fast ohne Unterlass. "Es geht fast immer um Zufahrtsgenehmigungen und Parkerlaubnisse." Werden lautstärkebedingt auch Altenpflegeheime "evakuiert"? "Nee, da stellen wir eher die Stühle an die Fenster", scherzt Ina Rauer.

Über die Festtage wird Köthen verkehrstechnisch umgekrempelt. Viele Straßen werden zu Einbahnstraßen, um den Shuttle-Bussen, die von den außerhalb gelegenen Parkplätzen kommen, eine bessere Durchfahrt zu ermöglichen. Jeder Gast, der einen "SAT-Button" (drei Euro) vorweisen kann, darf diese Busse nutzen.

Alle Gäste, die mit dem Auto anreisen, empfiehlt Ina Rauer die "Park Reisen"-Plätze an der B185 bei Mc Donald\\\'s am nördlichen Stadteingang oder in der Gnetscher Straße und am Dahmer Dreieck.

Das Bier fließt aus Köthen


Auch wenn sich die Anreise nach Köthen aus dem Norden und Westen ab Freitag erheblich verbessern wird (siehe Infokasten), vorteilhafter wäre natürlich ein Besuch des Landesfestes ohne fahrbaren Untersatz. "In der Brauerei haben sie schon ein paar Fässer zusätzlich stehen", erzählt schmunzelnd Mario Zinnecker. Der Catering-Unternehmer war gerade in der Köthener Brauerei zu letzten Absprachen. Nun schaut er sich in der Stadt noch einmal die Getränkewagen-Stellplätze an. Seine Firma hat von der Stadt die Generalvollmacht zur Getränkevermarktung in mobilen Wagen zugesprochen bekommen.

"Genau 25 Getränkewagen werden neben den Gaststätten die Versorgung übernehmen", erzählt er. Schätzungsweise 500 50-Liter-Fässer Bier werden bis Sonntag ausgeschenkt. Biersortenvorgaben gibt es nicht. "Aber Bier aus Köthen wird bestimmt bevorzugt aus den Zapfhähnen fließen."

   

Bilder