Magdeburg l So wird das nichts mit der Akzeptanz für den Wolf, findet Klaus Puffer. "Das Land ist auf einem schlechten Weg", schimpft er. Puffer ist Wolfsbeauftragter des Bundesforstgebiets Nördliches Sachsen-Anhalt. Am Mittwoch diskutiert er mit weiteren Experten vor dem Umweltausschuss. Seine Kritik: Das Land stellt zu wenig Personal, obwohl sich der Wolf in Sachsen-Anhalt rasant ausbreitet. Sind doch binnen fünf Jahren aus einem Rudel sieben geworden.

Mit seiner Einschätzung steht er nicht allein da. Die zwei Mitarbeiter, die sich im Auftrag des Landes hauptsächlich mit dem Wolf beschäftigen, stoßen nach eigener Schilderung bald an ihre Grenzen. Martin Trost, verantwortlich für das Erfassen der Wolfsbestände, erklärt: "Es gibt immer mehr Hinweise aus der Bevölkerung auszuwerten. Vor zwei Jahren waren es noch 1100, ein Jahr später 1800. Die Kapazitätsgrenzen sind absehbar."

Andreas Berbig, zuständig für Schäden, die das Raubtier anrichtet, sagt: "Wir haben pro Landkreis mehrere Hundert Tierhalter. Es wird schwierig, auch in Zukunft nach einem Wolfsriss zeitnah vor Ort zu sein." Noch stellt der WWF (World Wide Fund of Nature) eine weitere Mitarbeiterin, die Viehhalter zur Prävention berät, doch die Stelle läuft Ende Juni aus. Ein Nachfolgeprojekt ist noch nicht in Sack und Tüten.

Ausschussvorsitzender Dietmar Weihrich (Die Grünen) fordert mehr Personal: "Die Population ist fast so groß wie in Sachsen. Und der Aufwand hier ist sogar größer, weil sich die Wölfe mehr verteilen. Dem müssen wir nachkommen." Stellvertreter Ralf Bergmann (SPD) geht noch weiter: "Das Land muss eine zentrale Stelle einrichten, die für den Wolf zuständig ist." Bisher sitzt ein Mitarbeiter beim Landesumweltamt und einer beim Biosphärenreservat Mittelelbe.

In Sachsen - dort leben derzeit zehn Rudel - gibt es solch eine Stelle, das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz mit vier Vollzeitstellen. Es kümmert sich auch um die Öffentlichkeitsarbeit. Für das Umweltministerium Sachsen-Anhalt ist das Modell aber zurzeit kein Thema. Staatssekretärin Anne-Marie Keding (CDU): "Ich glaube nicht, dass wir mit einer zentralen Stelle glücklich werden. Es müssen verschiedene Stellen zusammenwirken."