Magdeburg. Mit vom Land vorgelegten Leitlinien sollen die weiterführenden Schulen in Sachsen-Anhalt ihre Schüler künftig systematisch auf die Berufswahl vorbereiten können. Ende Februar erhalten die Schulen eine Broschüre mit Grundsätzen und Bausteinen. Das Heft wurde gestern in Magdeburg von Wirtschaftsminister Reiner Haseloff, Kultusministerin Birgitta Wolff (beide CDU) und dem Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius, vorgestellt.

Die Leitlinien fassen bestehende Instrumente systematisch zusammen. Lehrer können daraus ersehen, welche Maßnahmen zur Berufswahl in welchem Schuljahr angebracht sind, etwa Betriebserkundungen. Sie finden auch Verweise auf Materialien.

Haseloff nannte die Berufswahl neben der Partnerwahl eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben. "Bei der Partnerwahl halten wir uns als Staat zurück", sagte der Minister mit einem Schmunzeln. Die Berufswahl hingegen wolle das Land begleiten und steuern.

Haseloff verwies darauf, dass bis zu ein Viertel der Ausbildungen abgebrochen werde. Wolff sagte, Schüler müssten rechtzeitig herausfinden, was sie wirklich wollen. Für Senius sind die Leitlinien ein Beitrag dazu, dass Schüler treffsicherer den richtigen unter den 350 Ausbildungsberufen in Deutschland auswählen. Haseloff zufolge erschließen sie zu wenig die Möglichkeiten: Von den 350 Berufen würden hauptsächlich fünf gewählt.

Die Leitlinien wurden vom Landesbeirat für Berufsorientierung erstellt, der Ende 2009 gegründet worden war.