Magdeburg (dpa). Mit großer Anerkennung haben die Landtagsabgeordneten Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) gestern in den Ruhestand verabschiedet. Der 75-Jährige gab sich gewohnt bescheiden: "Ich hoffe, Sie nicht allzu sehr enttäuscht zu haben. Wir haben einiges geschafft zusammen. Wir haben das Land ein bisschen weiterentwickelt und vorwärtsgebracht." Er war 1990 in den Landtag eingezogen, 2002 Ministerpräsident geworden.

Auch der Opposition dankte er: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Sie in dieser Legislaturperiode einmal meinen Rücktritt gefordert hätten. Insofern haben Sie mir die Arbeit leicht gemacht. Aber auch die eigene Fraktion hat mir die Arbeit leicht gemacht. Denn dort ist mein Rücktritt gefordert worden – hat nur keine Mehrheit gefunden."

Er bezog sich auf Uwe Harms (CDU), der im November 2006 Böhmers Rücktritt gefordert hatte. Harms hatte gegen die Bildung von Einheitsgemeinden gekämpft, die CDU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart hatten. Harms stand alleine – die CDU-Fraktion sprach Böhmer das Vertrauen aus. Für weitere zwölf Abgeordnete war es ebenfalls die letzte Sitzung, weil sie nicht wieder für den Landtag kandidieren.<6>

   

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