Haldensleben. Die Stadt Haldensleben will noch in diesem Jahr archäologische Funde ausstellen, die in den vergangenen Jahren in der Stadt gefunden worden sind. Das teilte der städtische Wirtschaftsförderer Lutz Zimmermann gestern am Rande einer Grabungsbegehung am Südhafen Haldenslebens mit.

Projektleiterin Susanne Friedrich vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle bestätigte das Vorhaben. "Die Funde aus der spätbronzezeitlichen Siedlung werden gereinigt, katalogisiert und für die Ausstellung vorbereitet."

Zu den möglichen Exponaten könnte auch der Gold- und Silberschmuck gehören, der im Sommer des vergangenen Jahres im Bereich des zukünftigen Gewerbegebietes "Südhafen" gefunden worden war. Es sind Grabbeigaben einer "gesellschaftlich hoch anerkannten Dame, die um Christi Geburt in ihrem gesamten Gewand beigesetzt wurde", so Friedrich.

Das Landesamt stellte gestern weitere Grabungsergebnisse des Bereichs vor. So wiesen die Funde auf eine intensive Besiedlung des Gebietes während der späten Bronzezeit 800 vor Christus hin.

Eine Besonderheit seien die gefundenen Palisadenreste auf einer Länge von mehr als 220 Metern. Sie verrieten, dass das Dorf in einen Wohn- und einen Handwerkerbereich aufgeteilt war.

Neben Pfahlbauten wurden auch Abfall- und Vorratsgruben entdeckt. Friedrich: "Anhand der Gegenstände, wie Keramik, die wir darin entdeckt haben, können wir uns ein Bild vom Leben im Dorf machen." Es habe dort Milchwirtschaft gegeben, aber auch Handwerker, die Bronze gegossen hätten.Die Seite Drei