Berlin (ws). Der Stachel saß tief bei Stefan Nitsch. Der Geschäftsführer der Halberstädter Würstchen- und Konservenfa- brik hatte am 27. Januar tatenlos zusehen müssen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Neujahrsempfang der Landesregierung im Magdeburger Palais am Fürstenwall irgendwelche Würstchen als "echte Halberstädter Würstchen" kredenzt wurden, obwohl die gar nicht aus seinem Unternehmen stammten. Wer weiß, wie die geschmeckt haben, sagte er sich und überlegte, wie er der Regierungschefin den wahren Geschmack seiner Produkte spüren lassen könnte.

Unterstützung bekam Nitsch durch die Harzer CDU-Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer. Sie verstand die Sorge des Würstchenherstellers und half ihm. In Berlin überreichte sie der Kanzlerin einen Präsentkorb mit einer Kostprobe der echten Halberstädter Würstchen. "Sie hat sich wirklich gefreut", sagte Brehmer der Volksstimme, "und will sie mit ihrem Mann essen."