Bad Kösen (dapd). Pummelig sein und einen extremen Silberblick zu haben, erhöht eigentlich nicht die Attraktivität. Doch gerade diese Schönheitsfehler haben Heidi, die Beutelratte aus dem Leipziger Zoo, binnen kürzester Zeit so berühmt gemacht, dass die Kinder weltweit eine eigene Plüsch-Heidi haben wollen. "Die meisten Bestellungen kommen aus Deutschland, doch wir haben auch viele Aufträge aus den USA und aus Norwegen", sagt Helmut Schache, Marketingleiter der Bad Kösener Spielzeug Manufaktur, die die Rechte für Heidi-Stofftiere erworben hat. Seit etwa einer Woche werde das schielende Opossum nun als Stofftier angefertigt. Die Nachfrage sei hoch. "Wir haben mehr Aufträge als wir bewältigen können", sagt der 63-Jährige. Die erste von Hand gefertigte Serie sei auf 1000 Stück angelegt.

Dass in Bad Kösen die Produktion nun auf Hochtouren läuft, hat die Spielzeugfabrik auch ihrem Lieferanten für Glas- und Plastikaugen zu verdanken. Heidis Markenzeichen hatte sich nämlich zunächst als echte Produktionshürde erwiesen. "Heidis Augen sind ja sehr stark gewölbt", erläutert Schache. Flache schielende Augen gebe es reichlich zu kaufen, aber eben nicht die vorstehenden runden Augen des Leipziger Opossums. "Die Pupillen sind bei Heidi an der Seite und das ist auch eher außergewöhnlich", ergänzt Helga Lesch von der Reinhold Lesch GmbH aus Rödental bei Coburg in Oberfranken. Der Familienbetrieb mit 20 Mitarbeitern stellt künstliche Augen aller Art her und wirbt mit dem Spruch "Wir machen ihnen schöne Augen". Eine Spezialität sind unter anderem Teddybären-Augen, seit kurzem sind es auch Heidi-Augen. "Diese Augen sind eine Spezialanfertigung", sagt Lesch. Eine knifflige Arbeit, bis die ersten Augen für die Plüsch-Heidi fertig waren, hat es etwa eine Woche gedauert.

Nun haben die ersten Stofftier-Heidis schielende, runde Augen im Kopf. Bisher gibt es laut Schache eine kleine Version sowie eine in Lebensgröße. Heidi ist nicht das erste Opossum aus der Werkstatt der Bad Kösener Spielzeug Manufaktur. "Wir haben schon vor zwei Jahren große und kleine Opossums in unser Sortiment aufgenommen. Diese haben aber eine andere Fellfarbe als Heidi", sagt Schache. Die Spielzeugfabrik mit 39 Mitarbeitern sei auf naturgetreue Darstellungen spezialisiert und da passe Heidi besonders gut ins Programm. Auch, was die Bekanntheit des Originals angeht, ist die Spielzeug Manufaktur bereits geübt: Sie hat schon die Lizenzen für Bernd das Brot und das Krokodil Schnappi, das vor einigen Jahren durch einen Musik-Hit bekannt geworden ist.

Um der Nachfrage auch nach günstigen Heidi-Varianten Herr zu werden und die Geschenkabteilung des Leipziger Zoos zu bedienen, wird Heidi auch in Massenproduktion gehen. "Das ist die kostengünstigere Variante, die im Ausland hergestellt wird. In Deutschland findet man nicht die nötigen Kapazitäten", sagt Schache. Medienberichte, die von Produktionsstätten in Malaysia berichten, weist er zurück.