13 Parteien ringen um Einfluss in Sachsen-Anhalt. Wer künftig das Sagen hat, entscheiden die Wähler am 20. März. Die Volksstimme stellt alle Parteien kurz vor. Heute: die NPD.

Von Winfried Borchert

Magdeburg. Nach außen geben sich die NPD-Spitzenkräfte in jüngster Zeit betont seriös und staatstragend. Nur noch selten lassen sie gröhlend die bürgerliche Maske fallen, so wie vor dem jüngsten Volksstimme-Wahlforum am Dienstag im Magdeburger AMO-Kulturhaus.

Mit Blick auf durchschnittliche Wähler vermeiden die NPD-Leute die üblichen rechtsradikalen Parolen. Vom Schwarz-Weiß-Rot aus vordemokratischer Zeit wurde auf Schwarz-Rot-Gold umgeflaggt. Und intern wurden die Parteimitglieder sogar ermahnt, vor der Wahl "szenetypische Kleidung" zu wechseln, sich ein harmloses Äußeres zuzulegen und abschreckende Tätowierungen zu verdecken.

Wer die Partei sorgfältig beobachtet, hat allerdings keine Zweifel über die wahren Ziele der 1964 gegründeten NPD. Parteichef Udo Voigt erklärte vor einigen Jahren in einem Interview, Ziel sei es, die BRD "abzuwickeln". Im gleichen Interview nannte Voigt übrigens Hitler einen "großen deutschen Staatsmann". Der sachsen-anhaltische NPD-Spitzenkandidat Matthias Heyder (39, Elbingerode) und seine Mitkandidaten Matthias Gärtner (27, Magdeburg) und Michael Schäfer (28, Wernigerode) sind vorsichtiger. Doch eine Distanzierung vom Faschismus hat man von ihnen noch nicht gehört. Stattdessen werden Ressentiments gegen Ausländer geschürt und wird mit Parolen gegen Kinderschänder zu punkten versucht.

Vor allem im Süden Sachsen-Anhalts ist die NPD in mehreren Stadträten und im Kreistag vertreten. Über konstruktive Vorschläge von den NPD-Mandatsträgern dort ist nichts bekannt.

 

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