Nach 24 Jahren gibt Thomas Gottschalk die Moderation von "Wetten, dass ..?" auf. Zu Beginn der Jubiläumssendung zum 30-jährigen Bestehen der Show in Halle erklärte der 60-Jährige, er könne nach dem Unfall des Wett- kandidaten Samuel Koch "in dieser Show nicht weitermachen, als wäre nichts passiert".

Halle (dpa/dapd). Die letzte reguläre "Wetten, dass ..?"-Sendung mit Gottschalk soll im Sommer in Mallorca über die Bühne gehen. Danach soll es noch drei Sonderausgaben mit Gottschalk und neuen Wetten und Rückblicken aus der Geschichte der Erfolgssendung geben. Anschließend soll das Konzept der ZDF-Show überarbeitet werden. "Wir rechnen mit einer Pause von ungefähr einem halben Jahr", sagte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut. Wer die Nachfolge von Gottschalk antreten wird, sei ungewiss.

Gottschalk hatte noch Mitte 2010 seinen Vertrag mit dem ZDF bis 2012 verlängert. Die Wende trat am 4. Dezember mit dem Unfall von Samuel Koch ein, der mit Sprungfedern über ein fahrendes Auto springen wollte und sich dabei so schwer verletzte, dass er sich zwei Halswirbel brach und seitdem gelähmt blieb. Nach dem Unfall wurde die Sendung vielfach kritisiert. Gottschalk erklärte jedoch zunächst, er wolle weitermachen.

Doch nun hat sich sein Standpunkt geändert: "Die Hoffnung, der Unfallschock ist von kurzer Dauer, hat sich nicht erfüllt", sagte der Entertainer. Er hatte Koch in der Klinik besucht und berichtete nun: "Ich bin schon froh zu wissen, dass Samuel uns heute Abend zuschaut... (...) Ich habe ihn letzte Woche endlich besuchen können, und er hat mich ausdrücklich gebeten, allen zu danken, die sich in Briefen und in Gebeten um ihn gesorgt haben."

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) nahm die Nachricht von Gottschalks Abschied gelassen auf. "Abwarten", sagte er nach der Sendung. Es könne ja sein, dass er weitermacht, wenn er hört, wie sehr er doch gebraucht werde. Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) sah das ähnlich. Vielleicht lasse sich Gottschalk noch überzeugen und mache weiter. Die Wetten am Sonnabend hätten doch gezeigt, dass die Show auch ohne riskante Wetten sehr interessant sein kann, sagte Bullerjahn.