Ein dreister Einbruch hat in Ebendorf (Landkreis Börde) für Aufregung gesorgt. Gestern waren gegen 7.30 Uhr drei Einbrecher in ein Einfamilienhaus eingebrochen. Nachbarn, die die Täter stellen wollten, wurden mit einer Eisenstange attackiert und teils schwer verletzt. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Ebendorf. Was sich gestern in den frühen Morgenstunden im Wohngebiet "Zur Linse" ereignete, bezeichnet Haldenslebens Polizeisprecher Joachim Albrecht als "absolut kaltschnäuzig". Kurz nachdem die Eigentümer eines Einfamilienhauses weggefahren sind, brechen drei Kriminelle in das Haus ein.

Eine aufmerksame Nachbarin bemerkt, dass im Haus durch einen Bewegungsmelder plötzlich Licht angeht und drei dunkle Gestalten durchs Fenster zu erkennen sind. In ihrer Aufregung ruft sie zunächst einen Nachbarn an, der Polizist ist.

Der Beamte bittet sie, seine Kollegen in Haldensleben zu alarmieren und macht sich mit seinem Schwiegervater auf den Weg zum Haus. "Der Kollege hatte die Befürchtung, dass die Ehefrau mit einem Kleinkind noch im Hause ist. Darum ist er mit seinem Schwiegervater von hinten ins Haus hineingegangen", berichtet Polizeisprecher Albrecht. Die Täter haben auf der Rückseite des Hauses ein Fenster aufgehebelt. Im Haus treffen die Nachbarn auf die Kriminellen. Die Einbrecher stürzen sich sofort auf den Polizisten in Zivil und reißen ihn zu Boden. Der Schwiegervater bekommt mit einer Eisenstange einen Schlag ins Gesicht und stürzt ebenfalls zu Boden.

Als die Täter durch die Haustür flüchten wollen, treffen sie direkt am Eingang auf den Vater des Hauseigentümers, der von dem Einbruch erfahren hat und nach dem Rechten sehen will. Die drei Einbrecher fallen sofort über den 70-Jährigen her und schlagen brutal auf ihn ein. Der Senior trägt schwere Verletzungen im Gesicht sowie im Schulterbereich davon. Er liegt jetzt im Städtischen Klinikum Magdeburg-Olvenstedt.

Die Polizei startet eine großangelegte Fahndung. Ein Hubschrauber und ein Fährtenhund werden für die Suche eingesetzt. Der Hund kann zunächst eine Spur aufnehmen, diese verliert sich jedoch recht bald. "Offenbar sind die Täter in ein bereitgestelltes Auto gestiegen und in Richtung Autobahn 2 oder 14 geflüchtet", sagt Albrecht.

Unterdessen ist auch der Hauseigentümer wieder nach Hause geeilt. Er stellt fest, dass die Einbrecher in kürzester Zeit Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flur nach Wertgegenständen durchwühlt haben. Die Diebesbeute, etwa Computerspiele, liegt im Eingangsbereich des Hauses verteilt auf der Straße. Auf der Flucht haben die Diebe ihre Mützen weggeworfen. Die Polizei findet sie im Vorgarten. "Es laufen umfangreiche Fahndungsmaßnahmen. Bisher wissen wir, dass die Täter 1,75 bis 1,80 Meter groß sind, schwarz bekleidet waren und nach dem äußeren Erscheinungsbild Osteuropäer sind", so Albrecht.