Magdeburg (dpa/vs). Der zweite bundesweite Lokführer-Warnstreik hat am Freitag auch in Sachsen-Anhalt zahlreiche Zugausfälle verursacht. Auf den Bahnhöfen in Halle und Magdeburg drehte sich ab 8.30 Uhr kein Rad mehr. Reisende reagierten mit Verärgerung, aber auch mit Verständnis. Die Bahn setzte Busse ein, so etwa von Halle nach Leipzig. Am Hauptbahnhof in Magdeburg informierten zusätzliche Mitarbeiter über die aktuelle Lage.

Für rund drei Stunden sollten bis 11.30 Uhr Züge im Nah-, Regional- und Fernverkehr still stehen, wie ein Sprecher der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) sagte. Neben der Deutschen Bahn waren auch private Unternehmen betroffen, wie etwa der Harz-Elbe-Express. "Wir haben den Zeitraum bewusst so gewählt, um das Chaos und die Frustration bei den Fahrgästen so gering wie möglich zu halten", sagte der stellvertretende Vorsitzende der GDL Mitteldeutschland, Manfred Ohme, in Halle. So sollten der Berufsverkehr und der Rückreiseverkehr zum Wochenende weitgehend verschont bleiben.

Die Gewerkschaft fordert ein einheitliches Entgelt für alle Lokomotivführer in Deutschland auf dem Niveau der Deutschen Bahn AG. "Im Osten geht es uns auch darum, dass wir endlich eine Absicherung für die Kollegen bekommen, wenn sie unverschuldet untauglich für den Fahrdienst werden", sagte Ohme. In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen tritt die GDL laut Ohme für rund 2300 Lokführer ein.