Halle. Die Staatsanwaltschaft Halle hat die Ermittlungen gegen den zu lebenslanger Haft verurteilten Doppelmörder von Mansfeld wieder intensiviert.

Hintergrund ist, dass Gabor Sprungk vorgeworfen wird, im Jahr 2007 seine Schweizer Freundin getötet zu haben. Vergangene Woche konnten aufgrund eines DNA-Abgleichs die in einem Waldstück bei Saurasen (Mansfeld-Südharz) entdeckten Leichenteile eindeutig der vermissten Maria Kaempf-Ribeiro aus Rotkreuz im Kanton Zug zugeordnet werden.

"Es kommt jetzt darauf an, zu ermitteln, wo das Verbrechen stattgefunden hat", sagte Staatsanwalt Andreas Schieweck gestern der Volksstimme. Stehe das fest, dann hätte man auch Klarheit darüber, wer für das Verfahren zuständig sei – die Schweiz oder Deutschland.

Nach jetzigem Stand geht allerdings selbst die Kriminalpolizei des Kantons Zug davon aus, dass sich der Tatort im Zuständigkeitsbereich der deutschen Behörden befindet und eine mögliche Anklage gegen den Mann, der in der JVA Burg-Halle seine Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verbüßt, Sache der Staatsanwaltschaft Halle ist.

Marcel Schlatter von der Kantons-Polizei sagte gestern, dass es einen engen Kontakt zu den deutschen Behörden gebe: "Wir tauschen Informationen aus und Schweizer Kriminalisten werden demnächst nach Halle fahren, um dort Aktenmaterial zu übergeben."

Eine Erklärung gibt es nun auch dafür, warum in dem Waldstück nicht alle Leichenteile gefunden worden waren. Der Grund sind Wildschweine. Wie aus Ermittlerkreisen zu erfahren war, sind sterbliche Überreste von den Tieren verschleppt worden, so dass sie in einem größeren Umkreis gefunden wurden, andere gar nicht mehr.

Als Todesursache wird nach jetzigem Stand der Ermittlungen von "Gewalt gegen den Hals" ausgegangen. Zwar seien die meisten Teile, die eindeutig diese Todesursache belegen könnten, wie das Zungenbein oder Schildknorpel, aufgrund von "Tierfraß" nicht auffindbar. Allerdings sind sich die Ermittlungsbehörden sicher, die Art und Weise, wie die Verkäuferin aus Rotkreuz ums Leben gekommen ist, dennoch zu erhellen. Die Rentnerin und der Hausarzt, die Sprungk 2008 tötete, starben durch Erwürgen beziehungsweise Erdrosseln.

Gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft will sich der Täter aus dem Mansfelder Land nicht zum neuerlichen Mordvorwurf äußern.