Von Sabine Scholz

Halberstadt. Nach dem Zugunglück bei Hordorf, bei dem zehn Menschen ums Leben kamen und 23 verletzt wurden, ist die Hilfsbereitschaft für die Opfer und Hinterbliebenen nach wie vor groß. Auf das Spendenkonto, das von der Stadt Halberstadt und dem Landkreis Harz eingerichtet wurde, waren bis gestern Mittag 232 586,15 Euro eingezahlt worden. Gerade eben überwies Wolfsburg, Partnerstadt Halberstadts, 20 000 Euro, die Bürger in der VW-Stadt gespendet hatten.

Schon bei der Schaffung des Hilfsfonds war festgelegt worden, dass an die Betroffenen ein Sockelbetrag ausgezahlt wird. Dieser liegt bei 3000 Euro. Das Geld soll zur Überbrückung zusätzlicher Kosten dienen, die auf die Opfer zugekommen sind.

Mit der Verteilung wurde das Diakonische Werk im Kirchenkreis Halberstadt beauftragt. Dessen Geschäftsführerin Ute Gabriel-Betzle ist Ansprechpartnerin für Angehörige und Betroffene. Ihr zur Seite steht ein Beirat aus einem Vertreter der Kreisverwaltung, je einem Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche, einem Notar und einem Vertreter des Diakonischen Werkes. Das Gremium hat keine starren Kriterien festgelegt, nach denen Betroffenen Geld zusteht. Ob jemand psychologische Betreuung braucht, ob Fahrkosten erstattet werden, damit Angehörige Verletzte im Krankenhaus betreuen können – die Verwendung ist den Betroffenen freigestellt. Bislang wurde an 16 Menschen der Sockelbetrag ausgezahlt.

Wer darüber hinaus Geld benötigt, muss einen Antrag an das Diakonische Werk Halberstadt stellen. "Wobei es meist so ist, dass wir ein Gespräch führen und dabei erkunden, wofür das Geld benötigt wird. Dann entscheidet der Beirat, ob weiteres Geld an den Antragsteller fließt", sagte Gabriel-Betzle.