13 Parteien treten zur Landtagswahl am 20. März an. Die Volksstimme stellt alle kurz vor. Heute: Bündnis 90/Die Grünen (Grüne)

Magdeburg. Die Farbe Grün fehlt seit 13 Jahren im Landtag von Sachsen-Anhalt. Nach 1994 haben es die Bündnisgrünen bei den folgenden drei Landtagswahlen nicht wieder geschafft, die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden. Das könnte sich in diesem Jahr ändern, denn die bundesweite Zustimmungswelle für die Grünen schwappt bis an die Elbe.

Noch nie lagen die Grünen so gut im Rennen. Bei der Umfrage im Auftrag des MDR kamen sie am 21. Januar auf acht Prozent. Drei Wochen später rutschten sie zwar um einen Prozentpunkt ab, aber die erreichten sieben Prozent sollten ein ausreichendes Polster für den Wiedereinzug sein.

1990 hatte das Wahlergebnis der Bündnisgrünen enttäuscht. Zwar brachten die knapp 75000 Zweitstimmen immerhin fünf Parlamentssitze in der Opposition, aber die Bürgerbewegten der untergegangenen DDR hatten sich mehr versprochen.

Vier Jahre später (1994) reichten die 5,1 Prozent noch einmal für fünf Mandate, aber dann war Schluss mit dem parlamentarischen Wirken der Grünen im Land. Vermutlich hat die Beteiligung an der Minderheitsregierung von Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD) und deren erfolgloses Agieren den Bündnisgrünen mehr geschadet als der SPD. Jedenfalls gingen die Grünen 1998, 2002 und 2006 leer aus, während die SPD 2002 mit 20 Prozent der Stimmen die Quittung für acht Jahre geduldete Minderheitsregierung erhielt.

In diesem Jahr nun hoffen die Grünen auf die Wende und bereiten sich unter Führung ihrer Spitzenkandidatin Claudia Dalbert auf eine neue parlamentarische Epoche vor. Die Professorin von der Universität Halle führt gemeinsam mit dem Angestellten Christoph Erdmenger und der Erziehungswissenschaftlerin Cornelia Lüddemann (beide aus Dessau-Roßlau) einen "erfrischenden und angriffsorientierten Wahlkampf", der zu "7 Prozent plus X" führen soll, wie die Landesvorsitzende sagt. "Koalitionen mit uns müssen sich an Inhalten, nicht an Farben messen", lässt sie sich aber nicht festlegen.

Die weiteren aussichtsreichen Listenplätze (bei einem einstelligen Wahlergebnis) belegen der Diplompolitologe Sebastian Striegel (Merseburg), die Qualitätsbeauftragte Dorothea Frederking, der Politikwissenschaftler Sören Herbst (beide Magdeburg), die Diplombibliothekarin Verena Wicke-Schell (Haldensleben) und der Diplomingenieur Dietmar Weihrich (Halle).

Die Kandidaten bestreiten mit "Guten Gründen für Grün" ihre Wahlkämpfe. Ganz vorn stehen dabei Bildungs- und Wirtschaftspolitik sowie ein konsequenter Klimaschutz. "Wir wollen bessere, gerechte und leistungsstarke Schulen", heißt es zum Beispiel. 100 Millionen Euro dafür sollen durch Einsparungen bei umweltschädlichen Ausgaben und Subventionen erwirtschaftet werden. Durch ihre Wirtschaftspolitik wollen die Grünen 30000 neue Jobs in der Gebäudesanierung, im Solarhandwerk, in Tourismus, Pflege, Ökolandbau und Bildung ermöglichen.

 

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