13 Parteien treten zur Landtagswahl am 20. März an. Die Volksstimme stellt alle kurz vor. Heute: Freie Wähler

Magdeburg. Vor fünf Jahren waren die Freien Wähler bei der Landtagswahl kläglich gescheitert. Auf den damaligen Bund der Bürgerinitiativen und Freie Wähler (BBW) entfielen lediglich 0,5 Prozent der Zweitstimmen. "Das wird in diesem Jahr ganz anders", verspricht der Landesvorsitzende der Partei Freie Wähler, Mario Rudolf. "Wir werden als der Überraschungssieger mit acht bis zehn Prozent in den Landtag einziehen." Der 42-jährige Finanzbeamte aus Zerbst hofft dabei auf die Zugkraft von ein paar Dutzend Wählergruppen mit 3000 Mitgliedern.

Die Partei versteht sich als Interessenvertreter dieser Wählergruppen und Initiativen. "Anders als die großen Parteien können wir uns an die Themen machen, die den hier lebenden und arbeitenden Menschen helfen", sagt Rudolf. Zu den Spitzendenkandidaten gehörten deshalb Kommunalpolitiker und andere engagierte Bürger, die die Probleme vor Ort kennen würden. Berufsschullehrer Frank Stolzenberg, die Nummer 1 auf der insgesamt 34 Kandidaten umfassenden Landesliste, sei bereits seit 20 Jahren Bürgermeister von Peißen im Saalkreis. Rudolf selbst ist Ortsbürgermeister von Bornum/Zerbst. Der stellvertretende Landesvorsitzende, Günther Weiße, ist Rechtsanwalt und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Stadtrat von Naumburg.

Die Freien Wähler treten für eine Erneuerung der Demokratie ein. "Man muss die Bürger stärker in die Verantwortung einbinden, an der Demokratie effektiv beteiligen, dann wächst Vertrauen", sagt der Spitzenkandidat. Zu den Forderungen für eine erneuerte Demokratie gehören die Direktwahl des Ministerpräsidenten und nebenberuflich tätige Abgeordnete, also der Landtag als "Freizeitparlament".

Den gegenwärtigen Mangel an Fachkräften sieht die Partei Freie Wähler in ihrer Arbeitsmarktpolitik als Chance. "Es werden wieder qualifizierte, besser bezahlte Arbeitsplätze angeboten werden müssen", so Stolzenberg. Das sollte Bewerber motivieren, sich schnellstmöglich zu qualifizieren, und die Hochqualifizierten anhalten, im Lande zu bleiben. Die Verlagerung der Aufgaben der Arbeitsagenturen in die Eigenbetriebe für Arbeit in den Landkreisen sei dabei ein guter Ansatz.

Für die Familien will die Partei ebenfalls viel tun. Der vergleichsweise hohe Standard der Kinderbetreuung soll gesichert werden. "Darüber hinaus wollen wir Programme zur Förderung des Erwerbs von Wohneigentum für Familien, zum Beispiel durch die Bereitstellung von günstigem Bauland, durchsetzen", sagt Stolzenberg. "Wer baut, der bleibt."

Ein Hauptaugenmerk legt die Partei auf die frühkindliche Bildung in Kindergärten und Schulen. Sie will daher für die kleinen Dorfschulen in Wohnortnähe für Grundschüler kämpfen. Kleine Klassen und intensive Betreuung seien hier gegeben. Die Freien Wähler wollen sich außerdem für ein einheitliches Bildungssystem in Deutschland stark machen.

 

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