Am späten Donnerstagabend hat ein 28 Jahre alter Mann aus Wittenberge (Brandenburg) im Jerichower Land zwei Männer und eine Frau erschossen. Gestern Vormittag setzte der Täter im Landkreis Börde seinem Leben dann selbst ein Ende.

Genthin. Die Verfolgung des dreifachen Mörders von Hüttermühle bei Genthin dauerte genau zwölf Stunden. Dann war es klar: Der 28-jährige Alexander B. aus Wittenberge hatte sich selbst gerichtet und war damit der unmittelbar bevorstehenden Verhaftung zuvorgekommen.

Die Polizei hatte durch einen Anruf am Donnerstag gegen 22.30 Uhr den Hinweis bekommen, dass es im Schießstand unmittelbar am Ortsausgang des Genthiner Ortsteils Hüttermühle in Richtung Tucheim (Jerichower Land) eine Bluttat gegeben haben soll.

Die Polizei fand dann in einem Vorraum des sogenannten Bunkers drei Tote. Die Menschen waren erschossen worden. Eine Rechtsmedizinerin aus Halle stellte fest, dass die Tatwaffe eine Pistole war.

Die Opfer waren der Schießwart der Anlage, Hans-Jürgen W. (62) aus Genthin, sowie eine Frau (44) und deren 25 Jahre alter Sohn, beide aus dem brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark, der an Sachsen-Anhalt grenzt.

Die Polizei startete unverzüglich eine große Suchaktion, bei der auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera, Suchhunde und Bereitschaftspolizei eingesetzt wurden.

Doch blieb die Fahndung zunächst ohne Erfolg. Das Handy des 28-Jährigen konnte bis Hütten in der Colbitz-Letzlinger Heide (Landkreis Börde) geortet werden, dann brach die Verbindung ab. Eine Hundertschaft Landesbereitschaftspolizei, die gerade in Genthin eingetroffen war, fuhr vergeblich in den Landkreis Börde. Die Polizei warnte über Rundfunk vor dem mutmaßlichen Täter, der "bewaffnet" unterwegs war – in einem silbermetallicfarbenen Citroen Saxo mit einem JL-Kennzeichen.

Der Hintergrund für die Bluttat lag bis gestern Abend noch im Dunkeln. Möglicherweise wollte der Täter Waffen stehlen und wurde dabei überrascht. Fest steht lediglich, dass der 28-Jährige bis 2009 Mitglied eines Schützenvereins war, allerdings offiziell keine eigene Waffe besaß und zumeist Kleinkaliber schoss.

Der Schießwart, der später selbst den Schüssen zum Opfer fiel, soll gegen 18 Uhr, also eine Stunde bevor der Schießstand donnerstags schließt, Mutter und Sohn noch eingelassen haben.

Die Tatortgruppe des Landeskriminalamts fand die zwei Autos der Opfer auf dem Gelände.

Der Citroen von Alexander B. wurde am Nachmittag in Burg entdeckt. Wie inzwischen ermittelt wurde, hatte sich der Mörder bei einem Autovermieter einen Chevrolet besorgt.

In diesem Auto setzte sich der Gesuchte wenig später die Mordwaffe an den Kopf und drückte ab. Die Polizei fand das Fahrzeug mit der Leiche und der Pistole in einem Waldgebiet bei Bülstringen in Richtung Calvörde.Die Seite Drei

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