13 Parteien ringen um Macht und Einfluss in Sachsen-Anhalt. Wer künftig das Sagen hat, entscheiden die Wähler am 20. März. In den nächsten Tagen stellt die Volksstimme alle Parteien kurz vor – wer ihre Spitzenkandidaten sind und mit welchen Inhalten sie überzeugen wollen. Heute: Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei).

Von Marco Papritz

Magdeburg. Weil nur konsequenter Umwelt- und Tierschutz in Anbetracht von Lebensmittelskandalen, Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung auch der beste Menschenschutz sei, tritt die Partei Mensch Umwelt Tierschutz bei der Landtagswahl an. Das sagt der Vorsitzende des Landesverbandes Josef Fassl. "Unsere Partei ist so außerordentlich wichtig, weil keine der etablierten Parteien bisher den Mut und die Einsicht gezeigt hat, alle heutigen Probleme in ihren ursächlichen Zusammenhängen zu verdeutlichen." Dies zu erkennen, aufzuzeigen und konsequent anzugehen sei daher das dringlichste Anliegen der Partei. "Wir werden unsere Positionen vertreten, auch wenn wir damit gegen den Strom schwimmen müssen", so Fassl.

Der Landesverband vereint im Wahlprogramm Themen wie einen eigenständigen Tierschutz-Artikel in der Landesverfassung, eine finanzielle Unterstützung der Tierheime, die Einführung eines Verbandsklagerechts für Tierschutzverbände, Förderung tierversuchsfreier Forschung sowie die Ablehnung der grünen Gentechnik. "Aber auch die Forderung nach deutschlandweit einheitlichen Rahmenbedingungen für die Bildungspolitik ist ein Punkt, in dem wir uns deutlich von den anderen Parteien unterscheiden", sagt Josef Fassl. "Schnellschuss-Versuche" seien bisher zu Lasten der Kinder gegangen, Änderungen ließen die Schüler und Lehrer "nicht zur Ruhe kommen".

Die Parteimitglieder kommen aus der Tierschutz- und Tierrechtsbewegung, aus dem Umwelt- und Naturschutz und aus der Friedensbewegung wie etwa gewaltfreien Bürgerinitiativen. Daher seien sie überzeugt, dass nur auf politischem Wege und auf demokratische Art und Weise Veränderungen für Mensch, Tier und Umwelt zu erreichen seien. Und nicht nur das, so Josef Fassl: "Wir können mitreden, nicht nur bei Tierschutz- und Umweltfragen. Unsere Mitglieder sind hoch motiviert, die dringend erforderlichen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen mit auf den Weg zu bringen."

Mittelfristig sehe er das Potenzial und die Chance für die Partei, eine parlamentarische Kraft zu werden.

Eine Prognose für die Wahl sei schwierig, da die Partei erstmals allein zur Landtagswahl antrete. Die Ergebnisse zur EU-Wahl aus den Jahren 2004 und 2009 von 1,8 beziehungsweise 2,0 Prozent zeugen für Josef Fassl von einer gewissen Stammwählerschaft.

Der Einzug in den Magdeburger Stadtrat vor zwei Jahren lässt ihn optimistisch auf den 20. März schauen. "Jede Stimme für uns ist eine ¿rote Karte‘ für die Politiker, die sich blind und taub stellen, wenn es um Umwelt- und konsequenten Tierschutz und soziale Schieflage geht", sagt Fassl.

 

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