Von Philipp Hoffmann

Magdeburg. Abiturienten müssen in Sachsen-Anhalt ab dem nächsten Schuljahr alle in Stufe 11 und 12 belegten Kurse in das Abitur einbringen. Das sieht eine geplante Änderung der Oberstufenverordnung vor, über die das Kultusministerium gestern informierte. Bisher hatten Schüler teilweise die Wahl, welche Leistungen sie anrechnen lassen wollen.

Bildungsstaatssekretär Winfried Willems (CDU) sagte, das Verfahren zur Berechnung der Abiturdurchschnittsnote werde künftig "noch transparenter und klarer". Sachsen-Anhalt stellt auf ein bundesweit einheitliches Berechnungsmodell um, bei dem Schüler im Abitur maximal 900 statt bisher 840 Punkte erreichen können. Mit 300 Punkten (bisher 280) ist das Abitur bestanden.

Die neue Oberstufenverordnung wird in den Gymnasien wegen der Vereinfachungen grundsätzlich begrüßt. Auf Kritik stößt allerdings der Zeitpunkt der Umstellung. So sehen sich die Gymnasiasten, die sich gegenwärtig in der sogenannten Einführungsphase zum Abitur – der 10. Klasse – befinden, mitten in ihrer Oberstufenzeit veränderten Bedingungen ausgesetzt.

Für fragwürdig halten Lehrer zudem die Verpflichtung der Schüler, alle Leistungen aus Stufe 11 und 12 einzubringen, also auch die in Sport. Bisher mussten Abiturienten in diesem Fach maximal drei von vier Kursen anrechnen lassen.

Mit der neuen Verordnung wird im Abitur nicht länger in Grund- und Leistungskursniveau unterschieden. Der Terminologie der Kultusministerkonferenz folgend, spricht man auch in Sachsen-Anhalt künftig von grundlegendem und erhöhtem Niveau. Diese Unterscheidung spielt nach wie vor ausschließlich in den Abschlussprüfungen eine Rolle.