Jessen (dpa). Von Jessen in die Wüste: In der Störfarm im Landkreis Wittenberg sind gestern die ersten jungen Fische verladen worden, die für eine Kaviar-Anlage nach Abu Dhabi transportiert werden sollen. Insgesamt 140 Tonnen lebender Störe werden per Flugzeug und Schiff in die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate gebracht, wie die UFT AG weiter mitteilte. Abnehmer sei die Bin Salem Holding (Abu Dhabi). Der Konzern habe an seinem Stammsitz eine 61 000 Quadratmeter große Fischfarm gebaut, die nun mit Stören ausgestattet werden soll. Ende 2011 soll dort der erste Kaviar gewonnen werden. 60 Arbeitsplätze seien geplant.

Da die Störe aber rund vier Jahre alt sein müssen, um mit ihnen Kaviar erzeugen zu können, würden auch ältere Fische von Jessen aus nach Abu Dhabi geschickt. Rund 130 000 Störe werden den Angaben zufolge in speziell ausgestatteten Containern, in denen eine konstante Wasserqualität und Temperatur herrsche, transportiert. Ziel sei es, mit in Jessen gezüchteten Stören in Abu Dhabi jährlich 32 Tonnen Kaviar herzustellen. Die Anlage könne rund 260 000 Fische fassen.

Hintergrund der Investitionen in Störfarmen sei der Rückgang der Störpopulationen in der freien Natur. Daher werden die Fische für die Kaviarproduktion in Becken gehalten und vermehrt. Abnehmer von Kaviar seien Feinkostgeschäfte, die gehobene Gastronomie und Hotellerie sowie Kreuzfahrtschiffe. Die UFT AG hat nach eigenen Angaben als Generalunternehmer Anlagen für die Störfarm der Firma AquaOrbis AG, die Stör- und Kaviaranlagen betreibt, in Jessen geplant und gebaut.

In freier Natur benötigt der Stör den Angaben zufolge bis zu 14 Jahre, um geschlechtsreif zu werden und Kaviar produzieren zu können. Zuchtfische benötigen dafür aufgrund der Bedingungen in einer Farm etwa vier Jahre. Die Anlagen in Jessen wurden 2006 gebaut.

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