Naumburg/Dessau-Roßlau. (dpa) Bei den Staatsanwaltschaften im Land sind 2010 1199 Ermittlungsverfahren zur Umweltkriminalität eingegangen. Das waren rund 100 Verfahren oder 9,2 Prozent mehr als im Vorjahr. "Das Spektrum der Fälle reicht vom tropfenden Autowrack über den Müllsack auf der Wiese bis zu falsch deklarierten Abfällen auf der Deponie", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Klaus Tewes.

Während die gesamte Kriminalität 2010 im Land zurückgegangen sei, habe es mehr Verfahren zu Umweltverstößen gegeben. Diese mündeten in 121 Anklagen und Strafbefehlen. "Die Anzahl der Beschuldigten war mit Sicherheit höher", sagte Tewes. 1136 Ermittlungsverfahren wurden 2010 von den Staatsanwaltschaften zur Umweltkriminalität erledigt. "Das Umweltbewusstsein ist besser geworden, reicht aber noch nicht aus", sagte Tewes. Zu den schweren Fällen gehörten die Tongruben Vehlitz und Möckern (Jerichower Land), in denen massenweise Müll falsch deklariert und entsorgt wurde. Die Staatsanwaltschaft in Magdeburg hatte mit 505 Ermittlungsverfahren zur Umweltkriminalität 2010 die meisten, gefolgt von Dessau-Roßlau mit 346, Halle 195 und Stendal 153.

Alle Hände voll zu tun hatten auch die Ordnungsbehörden. In Dessau-Roßlau etwa wurden im Vorjahr 2214 Fälle festgestellt, bei denen Müll einfach in die Landschaft geworfen wurde. 164 Fälle wurden 2010 im Kreis Wittenberg angezeigt, etwa genau so viele wie im Vorjahr; 72 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet, wie Landkreissprecher Ronald Gauert sagte.

Wer der illegalen Müllentsorgung überführt wird, wird in der Regel zu Geldbußen verurteilt. "Das Gesetz sieht bei unerlaubter Abfallbeseitigung aber auch Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren vor", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Klaus Tewes.