Kalbe/Milde. Im altmärkischen Kalbe ist gestern nach Letzlingen und Schönhausen die dritte sogenannte Filialpraxis in Sachsen-Anhalt eröffnet worden. Mit diesem bundesweit einmaligen Projekt soll dem Ärztemangel im ländlichen Raum begegnet werden, sagte Gesundheitsminister Norbert Bischoff (SPD) bei der Übergabe.

In den Filialpraxen, die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) mit Unterstützung durch die AOK und das Ministerium geführt werden, praktizieren abwechselnd mehrere Fachärzte, die ansonsten in Praxen oder Krankenhäusern der Umgebung tätig sind. Auch pensionierte Ärzte werden dafür reaktiviert.

Die Filialpraxen werden an Orten eröffnet, in denen das wirtschaftliche Betreiben einer normalen Praxis nicht gewährleistet ist, die Menschen aber dennoch eine medizinische Versorgung benötigen. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 1,9 Millionen Euro, die vom Land, der KV und der AOK aufgebracht werden.

Die drei Partner haben auch das Projekt "Schwester Agnes" angeschoben. Bisher wurden 60 Praxisassistentinnen nach dem Vorbild der DDR-Gemeindeschwester qualifiziert, die Patienten weite Wege ersparen.