Von Winfried Borchert

Magdeburg. Mit Investitionen für mehr Sicherheit will die Deutsche Bahn AG auf das schwere Zugunglück von Hordorf reagieren. Das beschloss der Bahnvorstand in dieser Woche nach Angaben eines Sprechers. Auf 3000 Kilometern eingleisigen Strecken würden demnach automatische Bremseinrichtungen ("Punktförmige Zugbeeinflussung" – PZB) installiert.

In Hordorf war am 29. Januar auf eingleisiger Strecke der Harz-Elbe-Express (HEX) Magdeburg – Thale mit einem entgegenkommenden Güterzug zusammengestoßen, wobei zehn Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden.

Nach bisherigen Ermittlungen hatte der Güterzug-Lokführer der Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter zwei Haltesignale überfahren, eine Weiche aufgedrückt und war in den eingleisigen Bereich eingefahren. Das PZB-System, das bei Strecken mit mehr als 100 km/h zulässiger Geschwindigkeit vorgeschrieben ist, hätte den Güterzug rechtzeitig gestoppt. Die Linie Magdeburg – Halberstadt ist für maximal 100 km/h zugelassen. Die Deutsche Bahn, die für das Schienennetz verantwortlich ist, war seit Jahren vom Land und vom HEX-Betreiber Veolia zur Nachrüstung gemahnt worden.

Nun will die Bahn bis 2013 für die Nachrüstung 100 Millionen Euro ausgeben.

Anton Hofreiter, Verkehrsexperte der Grünen im Bundestag, begrüßte die Ankündigung der Bahn und forderte zugleich eine Prioritätensetzung. "Zuallererst müssen Gefahrenstellen wie die in Hordorf ausgerüstet werden, anschließend Strecken, wo gleichzeitig Personen- und Güterverkehr stattfindet."