Rund um den Landtag hat die heiße Phase der Wahlvorbereitung begonnen. ARD, ZDF und MDR bereiten sich mit großem technischen Aufwand auf die Landtagswahl vor. Insgesamt haben sich bislang 13 Fernsehsender angemeldet. Auf dem Domplatz und in den Nebenstraßen stehen Übertragungswagen. Der Plenarsaal wurde komplett überbaut und beherbergt jetzt zwei große Studiosäle.

Magdeburg. Der Landtag steht Kopf. Überall werden Kulissen gezimmert, Kabel verlegt und Kameras durch die Flure gerollt. Insgesamt haben sich laut Landtagsverwaltung 800 Medienvertreter angemeldet. Das sind nicht nur Journalisten von Zeitungen und Funk- und Fernsehredakteure. Vor allem die Fernsehsender bringen ein ganzes Heer von Technikern mit, die am Wahlabend für eine reibungslose Übertragung sorgen sollen.

Weil die knapp 1000 Gäste, mit denen am Sonntag gerechnet wird, alle irgendwo arbeiten, reden, feiern und trauern müssen, hat im Landtag das große Stühlerücken begonnen. Im CDU-Fraktionssaal werden die Zeitungsredakteure einquartiert, im FDP-Fraktionssaal sitzen die Nachrichten-agenturen, bei der SPD arbeiten Mitarbeiter von ARD und MDR. Die Experten der Forschungsgruppe Wahlen, von dimap und die Landeswahlleitung wurden in Büros im ganzen Haus verteilt.

Ausländische Medien

Nach Auskunft der Landtagsverwaltung haben sich bis gestern Nachmittag 13 Fernsehsender, sieben Presse- und Fotoagenturen, acht Hörfunksender, 18 Zeitungen, mehrere Internetredaktionen und viele freie Journalisten angemeldet. Sogar einige ausländische Medien wollen berichten. Fernsehteams aus Polen, Spanien und der Schweiz kommen nach Magdeburg. Mehrere private TV-Sender werden ab heute kleine Übertragungsplätze im Kantinensaal des Landtags einrichten. Der MDR ist mit einem mittelgroßen Wahlstudio im Saal der Landespressekonferenz präsent. Die beiden größten TV-Studios werden im Plenarsaal gebaut, den sich ARD und ZDF teilen. ZDF-Bühnenmeister Franz Bitto erzählt: "Den 280 Kilogramm schweren Plasma-Bildschirm durch das Treppenhaus in den Saal zu wuchten, war nicht ganz einfach." 2,50 Meter breit und 1,40 Meter hoch ist der Super-Fernseher.

Zwölf Tonnen Material

Insgesamt hat das ZDF, schätzt der Bühnenmeister, knapp zwölf Tonnen Material verbaut – vom Untergrund aus Sperrholz, der den Plenarsaal in eine ebene Fläche verwandelt hat, bis zu Gerüsten, an denen dutzende Scheinwerfer hängen. 65 größere und jede Menge kleiner LED-Leuchten sind es allein bei der benachbarten ARD. Beleuchtungsmeister Klaus Salomon: "Wenn Jörg Schönborn die Ergebnisse verkündet, sind auf seinen Arbeitsplatz zwei Seitenaufheller, ein Hinterlicht und ein Führungslicht gerichtet."

Licht, Bühne und das Nasenpulver müssen perfekt sein. Denn ARD und ZDF übertragen den Wahlabend in hoch aufgelöster Bildqualität. Da fällt jede Schramme am Moderatorentisch unangenehm auf. ARD-Regisseur Lutz Braune wird die Sendung vom Übertragungswagen aus dirigieren. "So eine Wahlsendung ist immer eine Herausforderung, weil sich da vieles nicht planen lässt", erzählt er. Wenn am Ende der Gewinner verliert und der Verlierer nicht vor die Kamera will, gerät ein Ablaufplan schnell durcheinander. "Das ist dann der sportliche Aspekt der Übertragung", erzählt der ARD-Regisseur und schmunzelt.

 

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