Magdeburg. Trinkwasser mit zehn Prozent Bioanteil aus dem Klärwerk? Nein, das stimmt nicht. Der geübte Volksstimme-Leser wird bemerkt haben, dass er in der gestrigen Ausgabe auf Seite 1 von der Redaktion in den April geschickt wurde. Obwohl? Heute ist doch fast alles "Bio", vom Benzin bis zur Wurst. Da wäre vielleicht sogar "Recycling-Wasser" denkbar.

So ganz aus der Luft gegriffen ist die Idee übrigens nicht. Auf der internationalen Weltraumstation ISS wird seit 2008 der Urin der Astronauten mit einem neuen Filtergerät destilliert und danach in einem Spezialverfahren so behandelt, dass am Ende wieder Trinkwasser entsteht. Ein Frischwassertransport zur ISS ist zwar auch heute noch nötig, aber die Frischwassermenge konnte erheblich reduziert werden.

Doch Sachsen-Anhalt ist nicht der Weltraum. Hier wäre Wasser-Recycling nicht nur viel zu teuer, es ist auch nicht nötig. Denn es gibt hierzulande streng überwachtes Trinkwasser von hoher Qualität. Abwasser- und Trinkwasserproduktion sind strikt voneinander getrennt. Eine Vermischung beider Wasserkreisläufe wäre der Alptraum jedes Wasserwerkers.

Apropos Alptraum. Frank Wichmann, Chef des Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverbandes, erlebte die Schrecksekunde früh in der Badewanne. Wichmann war auf dem Bild zum Aprilscherz inmitten einer bulgarischen Delegation abgebildet. Gestern musste er viele lustige Bemerkungen über sich ergehen lassen. Der tapfere Wassermann hat es mit Humor ertragen.

Rund um die Welt I/Leser IV