Der Immobilienmarkt Sachsen-Anhalts hat sich im vergangenen Jahr wieder auf ein normales Umsatzniveau eingependelt. Das stellte Innenminister Holger Hövelmann (SPD) – zuständig für das datenerhebende Landesamt für Vermessung und Geoinformation – gestern fest. Durch 28200 Immobilienverkäufe wurden 2010 rund 1,7 Milliarden Euro umgesetzt.

Magdeburg. Im Vergleich zu 2009 sei die Anzahl der Käufe/Verkäufe um acht, der Geldumsatz um drei Prozent zurückgegangen, so Hövelmann. Der Minister sieht den Grund darin, dass das Niveau 2006 und 2007 durch den "Handel mit großen Immobilienpaketen teilweise unter Beteiligung ausländischer Investoren zu einem hohen Umsatzniveau geführt habe.

Unter anderem hatten die Immobilienumsätze durch das Einkaufszentrum "Nova Eventis", die Karstadt-Verkäufe, den Konsument-Verkauf in Dessau sowie durch neue Altenpflegeheime und Shoppingmeilen ein hohes Niveau erreicht. Allerdings habe man bereits schon damals gewusst, so Professor Klaus Kummer, Chef des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation, dass dieser Höhenflug nicht von Dauer sein würde.

Baugrundstücke: In den klassischen Neubaugebieten ist die Nachfrage 2010 nach Baugrundstücken um fast 20 Prozent angestiegen. Die Preise in den Großstädten liegen mit rund 90 Euro/Qadratmeter an der Spitze. Die Preise in ländlichen Bereichen – zum Beispiel Seehausen (Altmark) oder Nienburg an der Saale – sind hingegen weitaus geringer. Dort sind Baugrundstücke bereits schon für unter 20 Euro /Quadratmeter zu bekommen.

In den städtischen und stadtnahen Lagen zogen die Preise an und lagen in Orten wie Haldensleben, Gommern, Oberharz am Brocken oder der Verbandsgemeinde Unstruttal bei durchschnittlich 40 Euro/Quadratmeter.

Spitzenreiter sind neben den Großstädten Bad Schmiedeberg, Naumburg und Wernigerode mit Grundstückspreisen zwischen 50 und 65 Euro je Quadratmeter für ein Eigenheimgrundstück.

Beliebt: Reihenhäuser

Bebaute Grundstücke: Bei bebauten Grundstücken steht nach wie vor das private Eigenheim in der größten Käufergunst. Kauf/Verkauf von freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern ist auf demselben Niveau wie 2009 geblieben. Der Handel mit Reihen- und Doppelhaushälften ist um 14 Prozent angestiegen.

Das Preisniveau blieb stabil. Je nach Lage allerdings sehr unterschiedlich. In der Gemeinde Elsteraue und in den Verbandsgemeinden Elbe-Havel-Land und Vorharz sind freistehende Häuser für durchschnittlich 40000 Euro verkauft worden. In Wittenberge, Bitterfeld-Wolfen, in Muldestausee und Quedlinburg kosteten freistehende Eigenheime 85000 bis 90000 Euro.

Spitzenreiter sind auch hier die Großstädte mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 150000 Euro in Magdeburg und 165000 Euro in Halle.

Ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte ist dort bis zu 20 Prozent preiswerter zu haben.s

Eigentumswohnungen: Der Trend zur Eigentumswohnung hielt an. 2010 gab es mehr als sieben Prozent mehr Vertragsabschlüsse. Das durchschnittliche Preisniveau schwankte jedoch stark – je nach Lage.

Am teuersten sind die Kauf-Wohnungen in Halle mit einem Preis von mehr als 90000 Euro. In Magdeburg wurden im Durchschnitt 75000 Euro bezahlt.

Deutlich günstiger sind Wohnungen in Salzwedel, Halberstadt, Merseburg und Coswig. Dort liegen die Durchschnitts-preise zwischen 40000 und 50000 Euro.

Bei in Plattenbauweise errichteten Wohnungen mit einfachem Ausstattungsstandard liegen die Preise sogar nur bei 20000 bis 30000 Euro.

Börde am teuersten

Landwirtschaftlich genutzte Flächen: Bei diesen Flächen sind die Kaufpreise erneut gestiegen.

Die höchsten Preise wurden in der Magdeburger Börde mit ihren hervorragenden Ackerböden erzielt. Entlang der Autobahn 2 lagen die Kaufpreise für hochwertige Ackerböden im Durchschnitt zwischen 1,10 Euro und 1,60 Euro pro Quadratmeter.

Im Norden und Osten entlang der Grenze zum Land Brandenburg wurden die geringsten Kaufpreise erzielt. Dort betrug das durchschnittliche Preisniveau zwischen 0,32 Euro/Quadratmeter östlich der Elbe im Elbe-Havel-Land und etwa 0,40 Euro/Quadratmeter im Bereich Elbaue-Fläming.

Professor Klaus Kummer schätzte insgesamt ein, dass je besser die Infrastruktur und die Möglichkeit vom Wohnort zur Arbeitsstelle zu kommen sei, ein wichtiges Kriterium für den Wert einer Immobilie sei - auch künftig.

Bodenrichtwerttabelle: Die sogenannte Bodenrichtwerttabelle 2010 (Bodenrichtwert: Durchschnittlicher Lagewert, ermittelt aus den Kaufpreisen von Grundstücken unter Berücksichtigung ihres Entwicklungszustandes) zeigt, dass der Wert in Halle, Magdeburg und Dessau-Roßlau bei mehr als 70 Euro/Quadratmeter liegt.

In Barleben, Biederitz und Wernigerode liegt er zwischen 56 und 70 Euro/Quadratmeter.

In Pietzpuhl, Möser, Burg, Colbitz (OT Lindhorst), Haldensleben und Stendal beträgt der Bodenrichtwert 41 bis 55 Euro/Quadratmeter.

In Schönhausen (Elbe), Gardelegen, Salzwedel, Bregenstedt, Niederndodeleben, Oschersleben, Hadmersleben Osterwieck und Blankenburg bei 26 bis 40 Euro/Quadratmeter.