Schielo (dpa/vs). Nach dem tödlichen Ehedrama im Südharz prüft die Staatsanwaltschaft, ob sie gegen den Sohn des Paares Ermittlungen aufnimmt. "Wir wollen alles aufklären, was zu dem tragischen Geschehen geführt hat", sagte Staatsanwalt Klaus Wiechmann am Donnerstag. Die Ermittler wollen klären, ob sich der Sohn strafbar gemacht hat, weil er erst vier Stunden nach dem dubiosen Verschwinden des Paares die Polizei verständigte. Der 55-Jährige hatte seine 52 Jahre alte Frau erstickt und sich dann erhängt.

Am vergangenen Donnerstag hatte der Sohn seine Mutter mit dem Auto aus dem Krankenhaus Hettstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) abgeholt. Auf dem Heimweg machte er auf einem Parkplatz eine Pause. In dem Moment sei ein Mann mit einer schwarzen Mütze aus dem Kofferraum seines Autos gesprungen und mit der 52-Jährigen davongefahren, wie der Sohn den Beamten schilderte. Nach fünf Tagen intensiver Suche fand die Polizei in einem umwegsamen Waldstück zwischen Abberode und Schielo die beiden Leichen.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den 55-Jährigen unter anderem wegen Körperverletzung ermittelt, sagte Wiechmann. Er soll Mitte Februar – kurz nach der Trennung des Paares – versucht haben, mit seinem Auto das Auto seiner Frau zu rammen.