Von Winfried Borchert

Halberstadt. Reisende des Harz-Elbe-Express (HEX) müssen sich erneut auf Behinderungen im Zugverkehr einstellen. Der Betreiber Veolia Verkehr rechnet damit, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Kürze zu mehrtägigen Streiks aufrufen wird.

Veolia-Geschäftsführer Andreas Putzer sagte gestern, er bedaure, dass es bislang nicht zu einer Einigung gekommen sei. "Das ist deshalb unverständlich, weil wir uns in fast allen Punkten im Prinzip mit der Gewerkschaft einig sind." Allerdings wolle man, anders als die GDL, nicht nur für die Lokführer einen Tarifvertrag, sondern für alle Bediensteten. Auch sei man als Unternehmen nicht in der Lage, dafür zu sorgen, dass nach Auslaufen eines Verkehrsvertrages jedes Nachfolgeunternehmen die Mitarbeiter übernimmt und ihnen gleiche Bedingungen bietet. "Dies können nur die Bundesländer in den Ausschreibungsbedingungen ihrer Verkehrsverträge regeln", sagte Putzer.

Der HEX-Chef sagte, man bekenne sich zu dem im Februar mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG geschlossenen Branchentarifvertrag. Dieser sieht vor, dass die Gehälter der Beschäftigten bei den Privatbahnen bis 2013 auf ein Niveau von 6,25 Prozent unter den DB-Tarifen angehoben werden. Die GDL will dagegen einen Bundes-Rahmen-Lokführer-Tarifvertrag durchsetzen. Erklärtes Ziel der GDL ist es, den Wettbewerb über Billiglöhne in Zukunft zu verhindern.

Veolia hat zum 1. April den HEX-Kundenbetreuern eine Erhöhung der Zulagen um monatlich 205 Euro auf ein Gesamtbruttogehalt von 1965 Euro (bei fünf Dienstjahren) angeboten. Die Triebfahrzeugführer würden 225 Euro mehr Zulagen erhalten und bekämen dann ein Gehalt von 2556 Euro. "Mit dem neuen Tabellenentgelt nach Branchentarifvertrag könnte das monatliche Einkommen der Triebfahrzeugführer ab 11. November um 320 Euro steigen, und das der Kundenbetreuer um 420 Euro", sagte Putzer.

"Normalerweise würden wir diese Angebote am liebsten über einen Haustarifvertrag festschreiben. Wenn es gar nicht anders gehen sollte, würden wir allerdings auch einzelvertragliche Regelungen mit jedem Mitarbeiter abschließen. Dies aber nur im Notfall", sagte Putzer.

Trotz des Streiks würden die Hauptstrecken weiter mit Zügen bedient und alle übrigen Verbindungen mit Bussen.