Traurige Bilanz eines Verkehrsunfalls: Am Sonntagabend stießen bei Nachterstedt ein Kleinbus und ein Pkw zusammen. Dabei starb ein 12-jähriger Junge. Die anderen fünf Insassen wurden zum Teil schwer verletzt geborgen.

Nachterstedt. "Die Nachricht kann man gar nicht aufnehmen, geschweige denn verarbeiten." Bei Kerstin Härtel sitzt der Schock tief. Am Sonntagabend war sie eine der Ersten am Unfallort im Salzlandkreis, wo ein 12-jähriger Junge gestorben war und weitere drei Kinder sowie zwei Erwachsene teils schwer verletzt wurden. "Es war ein schrecklicher Anblick", versuchte sie das in Worte zu fassen, was sie an einer Kreuzung der L75 zwischen Hoym und Nachterstedt gesehen hatte. Kerstin Härtel ist eine der zwei Leiterinnen des Kinderheims in Ballenstedt (Landkreis Harz), in dem die betroffenen Kinder leben.

Der tragische Verkehrsunfall ereignete sich laut Polizeisprecher Jörg Methner am Sonntag gegen 17.15 Uhr. Eine 53-jährige Heimmitarbeiterin hatte die Kinder von den Wochenendbesuchen bei ihren Familien abgeholt. Sie fuhr mit einem VW-Kleinbus auf der B6n in Richtung Quedlinburg. An der Abfahrt Hoym fuhr sie auf die L75 nach links in Richtung Hoym auf. Dabei beachtete sie nach ersten Erkenntnissen der Polizei nicht einen aus Richtung Hoym kommenden Renault Laguna. Es kam zum Zusammenstoß.

Ein sechsjähriges Mädchen aus Salzgitter (Niedersachsen) wurde leicht verletzt in das Klinikum Quedlinburg und ein zehnjähriger Junge aus Magdeburg mit dem Rettungshubschrauber nach Halle gebracht. Wegen einer schweren Rückenmarksverletzung soll er heute in eine Spezialklinik verlegt werden. Ein 13-jähriger Junge aus Magdeburg wurde leicht verletzt. Für einen 12-jährigen Jungen aus Magdeburg kam jede Hilfe zu spät. Er starb im Rettungswagen. Die Fahrerin des VW-Kleinbusses sowie der 40-jährige Fahrer des Renault aus dem Salzlandkreis wurden ebenfalls schwer verletzt in nahegelegene Krankenhäuser eingeliefert.

An der Unfallstelle waren 41 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehr sowie der Polizei mit 14 Einsatzfahrzeugen im Einsatz. "Bei diesem Ausmaß ist es gut, dass alle Beteiligten seelsorgerisch betreut werden", schätzte Polizeisprecher Methner ein. Auch im Kinderheim Ballenstedt waren gestern Seelsorger vor Ort. "Wir müssen jetzt mit sehr viel Feingefühl auf jedes unserer Kinder eingehen", sagte Kerstin Härtel und ergänzte: "In dieser Ausnahmesituation sind alle Mitarbeiter im Dienst." Gestern haben die 17 jungen Heimbewohner zum Andenken an den 12-Jährigen Bilder zum Abschied gemalt.