Magdeburg (dpa). Ärzte und Pfleger aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben gestern in Magdeburg über eine verbesserte Organspendepraxis in ihren Kliniken beraten. Vor allem sollten die Mitarbeiter in den Krankenhäusern motiviert werden, mehr Menschen als Organspender zu erkennen, sagte die geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation der Region Ost, Christa Wachsmuth. "Die Organspende darf im Stress der Arbeit in den Kliniken nicht untergehen", sagte Wachsmuth. "Wir sollten immer an die Menschen denken, die auf ein Organ warten und ohne die aktive Unterstützung der Krankenhäuser sterben müssen."

In den drei Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben im vergangenen Jahr 155 Menschen Organe gespendet. Die Region Ost liege mit 17,7 Organspender pro eine Million Einwohner über dem Bundesdurchschnitt von 15,9, sagte Wachsmuth. In Deutschland warten etwa 12 000 Menschen auf ein Organ. Drei Patienten versterben bundesweit jeden Tag auf der Warteliste.

"Die Entwicklung in der Organspende in Deutschland verzeichnet Steigerungsraten – aber es ist nicht so, dass wir jetzt jubeln", sagte der Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Henning Friebel. Jeder solle seine Entscheidung für oder gegen eine Organspende in einem Organspendeausweis festhalten.