Halle (dpa). Habsburger Kunstschätze glänzen in der prunkvollen ehemaligen Kardinalsresidenz: Unter dem Titel "Glanz der Macht" sind im Kunstmuseum Moritzburg in Halle 60 Pretiosen aus der Wiener Kunstkammer zu sehen. Die Schau wird am Sonnabend eröffnet und dauert bis zum 24. Juli. "Es ist ein großartiger Schatz", sagte die Direktorin der Moritzburg, Katja Schneider. "Wir empfinden es als Privileg, dass wir die kleine, aber repräsentative Auswahl herholen konnten." Die Wiener Kunstkammer, die 10 000 Objekte in ihrer Sammlung hat, wird seit 2002 und noch bis 2012 renoviert und stellt einige Ausstellungsstücke zur Verfügung.

Drei ausgewählte Museen dürfen deshalb einen Teil des Habsburger Reichtums zeigen: Im Schmuckmuseum Pforzheim war die Schau bereits, von Halle aus zieht sie noch ins Fitzwilliam Museum Cambridge. "Wir schicken unsere wertvollen Exponate sehr selten auf Reisen. Die drei Stationen sind sehr bewusst gewählt worden", sagte der Kurator der Wiener Kunstkammer, Paulus Rainer. Ihn hätten die prunkvoll ausgestatteten Räume in der Moritzburg beeindruckt.

Ob die aus einem Bergkristall geschnittene Lampe, der goldene Hutschmuck mit der Darstellung eines Reiterkampfes oder das Waschbecken aus purem Gold: "Wir haben es hier mit Kunstwerken zu tun, die Gebrauchsgegenständen ähneln, aber nur zum Repräsentieren gedacht waren", sagte Rainer. Die Habsburger stellten ihren Reichtum oft mit dem Einsatz exotischer Materialien zur Schau. Davon zeugen etwa ein Trinkgefäß aus Rhinozeroshorn und ein Kokosnuss-Pokal.