Magdeburg (sj/dpa). Gegen den katholischen Pfarrer Matthias Weise der Pfarrei Bitterfeld ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle. Wie der Sprecher Andreas Schieweck bestätigte, wurden auf Weises Dienst- und Privatcomputer jugendpornografische Bilder "in erheblichem Umfang" gefunden. Nähere Angaben zur Anzahl der Dateien machte der Oberstaatsanwalt nicht.

Schieweck betonte ausdrücklich, dass es sich bei den Fotos nicht um kinderpornografische Darstellungen handelt. Nach Paragraf 184c Strafgesetzbuch, der den Besitz jugendpornografischer Schriften unter Strafe stellt, liegt der Strafrahmen zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könnte das Verfahren in der kommenden Woche möglicherweise mit einem Strafbefehl abgeschlossen werden.

Das Bistum hat den Pfarrer bereits Anfang Dezember 2010 beurlaubt. Die Beurlaubung dauere so lange, bis die Anschuldigungen geklärt sind, sagte Thomas Lazar, Sprecher des Bistums Magdeburg. Gleichfalls sei auch die Gemeinde informiert worden. Der Pfarrer sei derzeit nicht mehr in Bitterfeld. Wo er sich befindet, wollte Lazar nicht sagen. Nähere Details zu gegen den Pfarrer erhobenen Vorwürfen seien dem Bistum nicht bekannt. Das Bistum hatte über die Ermittlungen gegen den Pfarrer erst auf Nachfrage informiert.

Im vergangenen Jahr waren zahlreiche Fälle von Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland bekannt geworden. Vor diesem Hintergrund hatte das Bistum über zwei Fälle von Kindesmissbrauch informiert, die vor der Anzeige schon jahrelang zurücklagen. Beide Gerichtsverfahren waren wegen Verjährung eingestellt worden. Einer der Beschuldigen war bereits verstorben, der zweite Priester wurde von seinen seelsorgerischen Aufgaben entbunden.