Sachsen-Anhalt ist reich an Denkmälern, die erhalten werden müssen. Die wenigen hauptberuflichen Denkmalschützer werden von vielen Ehrenamtlichen unterstützt. Sie helfen, den Verfall von Gebäuden zu verhindern, öffnen sie für Gäste und graben freiwillig in der Erde.

Magdeburg (dpa). Viele Ehrenamtliche sorgen in Sachsen-Anhalt für eine funktionierende Denkmalpflege. Zahlreiche Menschen hätten ein großes Interesse an Heimatgeschichte und verbrächten ihre Freizeit gern in speziellen Arbeitskreisen oder Vereinen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

"Sie werden fast unbemerkt zu Hauptakteuren in der Denkmalpflege", sagte Dana Minnenmann, die sich beim Landesheimatbund Sachsen- Anhalt um dieses Sachgebiet kümmert. Ihr stehen dabei nach eigener Aussage regelmäßig acht bis zehn Ehrenamtliche zur Seite. "Sie schlagen Themen wie Exkursionen vor und sorgen für Vielfalt bei der Arbeit", sagte Minnenmann.

Das Denkmalschutzgesetz des Landes erlaubt es Interessierten, sich in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) und den Denkmalschutzbehörden als ehrenamtliche Beauftragte für archäologische Denkmalpflege zu betätigen. Dazu reicht nach Angaben des LDA ein schriftlicher Antrag. Beweise der Interessent bei der Einarbeitung Wissen und Talent, bekomme er sogar einen Ausweis als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger. Es gebe auch spezielle Arbeitskreise.

Viel Hilfe bei ihrer Arbeit bekommen die Fachleute auch von jungen Männern und Frauen, die ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege (FJD) leisten. "Jedes Jahr bekommen 20 bis 24 Bewerber die Chance, unter fachlicher Leitung an Projekten in Quedlinburg, Halle oder Magdeburg mitzuarbeiten", sagte Andrea Friedrich vom Landesverband der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD), dem Träger des FJD. Die Einsatzmöglichkeiten seien vielfältig. "Sie arbeiten in Museen, Vereinen, Behörden oder Handwerksbetrieben", sagte Friedrich. Aktuell seien alle Stellen besetzt.

Eine renommierte Einsatzstelle für das FJD ist das Deutsche Fachwerkzentrum in Quedlinburg im Harz. "Die jungen Leute sind wertvoll für uns", sagte Geschäftsführerin Claudia Christina Hennrich. Sie würden von den Fachkräften angeleitet und sanierten unter deren Aufsicht historische Gebäude oder betrieben Bauforschung. Doch auch Ehrenamtliche kommen in dem Zentrum zum Einsatz. "Zu den Seminaren kommen regelmäßig Rentner, die Tricks und Kniffe alter Handwerkstechniken an die jungen Teilnehmer weitergeben", sagte Hennrich.

Heute ist übrigens der Internationale Tag der Denkmalpflege – ein Aktionstag des Deutschen Denkmalrates und der UNESCO.