Haushalte und Unternehmen müssen sich auch in Sachsen-Anhalt auf weiter kletternde Strompreise einstellen. Die Energiewende sei nicht zum Nulltarif zu haben, allerdings wäre auch ein Festhalten an der Atomenergie teuer gekommen, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gegenüber der Volksstimme.

Magdeburg. Sachsen-Anhalts Landesregierung plädiert für einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Kernenergie. Die derzeit laufende Debatte über ausufernde Kosten einer Energiewende hält Regierungschef Haseloff für einseitig, da in jedem Falle höhere Investitionen nötig seien. "Die Energiewende wird für alle nicht zum Nulltarif zu haben sein. Aber eine nach den japanischen Ereignissen notwendige Nachrüs-tung der Kernkraftwerke wäre ebenfalls nicht gratis zu haben", sagte Haseloff im Interview mit der Volksstimme.

Sachsen-Anhalt setzt weiterhin auf erneuerbare Energien wie die Windkraft sowie die Solarzellenproduktion. Als Übergangstechnologie könnte die Kohle wieder eine stärkere Rolle spielen, sagte Haseloff. Ein im Gespräch gewesenes Steinkohlekraftwerk in der Altmark sei derzeit zwar nicht aktuell, allerdings würden alle Investitionsabsichten sachlich geprüft. Einschränkend sagte Haseloff, dass er ein Kohlekraft- werk in Kombination mit unterirdischer Kohlendioxidspeicherung in der Altmark derzeit für nicht vermittelbar halte.

Im ersten Volksstimme-Interview als Ministerpräsident ging Haseloff auch ausführlich auf die Themen Kindergärten und Gemeinschaftsschule ein. Er verteidigte die Rückkehr zum Ganztagsanspruch auf Kinderbetreuung gegen Kritiker auch aus den eigenen CDU-Reihen: "Ich bin davon überzeugt, dass es ein ganz klares Signal geben muss: In diesem Land haben Kinder und Familien Vorrang. Wir sollten alles tun, damit Sachsen-Anhalt zum kinderfreundlichsten Bundesland wird." Das ganze Interview lesen Sie auf Die Seite Drei