Magdeburg (dpa/vs). Am Landgericht Magdeburg wird an diesem Donnerstag der Prozess um den Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau fortgesetzt. Als einzige Zeugin soll die Mitarbeiterin eines Wachschutzunternehmens befragt werden, wie das Landgericht mitteilte. Die Frau war am 7. Januar 2005 als Pförtnerin im Einsatz - dem Tag, als der 23-jährige Jalloh auf das Revier gebracht wurde und bei einem Feuer in einer Zelle starb.

In dem Prozess muss sich seit 12. Januar ein Polizist wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Jalloh bei dem Feuer nicht rechtzeitig geholfen zu haben. Die Polizei hatte Jalloh auf das Revier mitgenommen, weil er Frauen belästigt haben soll und sich nicht ausweisen konnte. Weil er sich heftig wehrte und bei ihm fast drei Promille Alkohol im Blut festgestellt wurden, wurde er an Händen und Füßen auf einer Matratze gefesselt. Das Feuer, bei dem er ums Leben kam, soll Jalloh selbst mit einem Feuerzeug entfacht haben. Im ersten Prozess am Landgericht Dessau-Roßlau war der angeklagte Polizist freigesprochen worden.