Mansfeld (epd). Mit einem Kirchen- und Kulturprogramm wird am Sonnabend in Mansfeld (Landkreis Mansfeld-Südharz) an die Einschulung von Martin Luther (1483-1546) vor 523 Jahren erinnert. Im Mittelpunkt stünden ein Markttreiben mit traditionellem Handwerk sowie Theater- und Musikdarbietungen auf einer Bühne im Stadtzentrum, teilte das evangelische Pfarramt gestern mit. Zur offiziellen Eröffnung des Einschulungsfestes am Sonnabend (13.30 Uhr) wird Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) ein Grußwort halten.

Die Theatergruppe "Mansfelder Schlossgeister" beteiligt sich auf dem Hof des nicht mehr vorhandenen Elternhauses Martin Luthers mit dem Stück "Sankt Georg und Martin Luther". Im Altenpflegeheim "Johanniterhaus" werden Speisen und Getränke nach Rezepten aus der Reformationszeit angeboten.

Geplant ist zudem in der Kirche St. Georg die Uraufführung des Dokumentarfilms "15 Schläge für Latein", einem Gemeinschaftsprojekt von Theaterschauspielern aus Eisleben und Kindern aus evangelischen Schulen der Region. Zum Festauftakt spielt das Mitteldeutsche Kammerorchester bereits am Freitagabend um 19 Uhr in der Manfelder Stadtkirche St. Georg Werke von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi.

Martin Luthers Familie war nur wenige Monate nach dessen Geburt von Eisleben nach Mansfeld umgesiedelt. Der spätere Kirchenreformator wurde dort Anfang 1488 in die Lateinschule aufgenommen. Neun Jahre später schickte ihn sein Vater an eine Lehranstalt in Magdeburg.

Zu dem neuzeitlichen Einschulungsfest lädt das Evangelische Kirchspiel Mansfeld seit 2004 jeweils am ersten Wochenende nach Ostern ein.