An Sachsen-Anhalts Tankstellen mussten die Autofahrer gestern tief in die Tasche greifen. In Magdeburg kostete ein Liter Superbenzin bis zu 1,619 Euro. In Burg, Stendal und Kalbe war es genauso. In Schönebeck lag der Preis sogar bei 1,669 Euro. Die Mineralölwirtschaft verweist auf hohe Weltmarktpreise und dämpft die Hoffnung auf fallende Preise.

Magdeburg. Nach dem kurzzeitigen Rückgang am Dienstag der erst zu Ostern gestiegenen Spritpreise zogen diese gestern wieder kräftig an. Überall in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus mussten für einen Liter Superbenzin mehr als 1,60 Euro bezahlt werden. "Gegenüber dem 5. Juli 2008, damals lag der durchschnittliche Höchstpreis bei 1,585 Euro, handelt es sich jetzt erneut um Rekordpreise für Superbenzin", sagte ADAC-Pressesprecherin Christine Rettig der Volksstimme. Da der ADAC jedoch immer Durchschnittspreise aus den abgefragten Tankstellen für ganz Deutschland ermittele, könnten die aktuellen Tagespreise tatsächlich noch höher sein. So geschehen gestern in Schönebeck, wo der Liter bis zu 1,67 Euro kostete.

Nach einem kurzen Rückgang 2009 sind die Benzinpreise kontinuierlich gestiegen. Allein in den ersten drei Monaten 2011 von 1,492 Euro über 1,477 Euro im Februar auf 1,556 im März. In Europa lag der deutsche Benzinpreis noch im Januar auf einem Mittelplatz. Jetzt rangiert Deutschland zusammen mit Griechenland vorn. Am preiswertesten war der Sprit mit 1,114 Euro in Bulgarien.

Die Pressesprecherin des deutschen Mineralölwirtschaftsverbandes, Karin Retzlaff, zeigte zwar Verständnis für die Unzufriedenheit der Verbraucher, konnte jedoch "keine Entwarnung" geben. "Die steigenden Benzinpreise beruhen auf den gegenwärtig hohen Preisen für Rohöl und Fertigprodukte", sagte sie der Volksstimme. 2008 habe der sogenannte Produktenpreis für ein Liter 54 Eurocent betragen, und das bei einem starken Euro. Heute liege er bei 57 Eurocent bei einem schwächeren Euro (Rohöl wird auf der Basis von US-Dollar gehandelt).

Retzlaff dämpfte Hoffnungen auf einen Preisrückgang an den Zapfsäulen. "Ich kann nicht in die Zukunft schauen, aber eine Besserung ist auch angesichts der Ereignisse in Libyen und anderen Ländern in Nahost nicht in Sicht", sagte sie. Dazu komme, dass die Benzinbestände in den USA so niedrig wie seit zwölf Jahren nicht mehr seien. Wenn die demnächst aufgefüllt werden, steige mit dieser Nachfrage der Preis in Europa weiter an. "Wie bei jeder anderen Ware, reguliert auch bei Benzin das Verhältnis von Angebot und Nachfrage den Preis." Das habe nichts mit Ostern oder anderen Feiertagen zu tun, beteuerte sie.