Magdeburg/Ermsleben. Das Landgericht Magdeburg muss sich im kommenden Monat mit zwei Tötungsverbrechen beschäftigen. Angeklagt sind ein 41 Jahre alter Mann aus Magdeburg und ein 44-Jähriger aus Ermsleben (Harzkreis). Beide stehen wegen Totschlags vor der Ersten Großen Strafkammer unter Vorsitz von Claudia Methling.

Maik Z. soll in der Nacht vom 6. zum 7. November 2010 in Magdeburg-Fermersleben seine 41-jährige Ehefrau umgebracht haben. Das Tatmotiv soll ein Ehestreit gewesen sein. Der Angeklagte habe in stark betrunkenem Zustand seine ebenfalls alkoholisierte Ehefrau mit einem Küchenmesser erstochen, so die Anklage.

Nach der Tat hatte sich Z. einem Freund anvertraut. Dieser alarmierte am 7. November gegen drei Uhr die Polizei. Die Beamten fanden das Opfer blutüberströmt in der gemeinsamen Wohnung.

Bei seiner Festnahme war Maik Z. dermaßen betrunken gewesen, dass die Befragung abgebrochen und er zuerst in die Ausnüchterungszelle gesperrt werden musste.

Für den Prozess, der am 3. Mai beginnt, sind vorerst sieben Verhandlungstage geplant. Geladen sind 21 Zeugen und zwei medizinische Sachverständige. Das minderjährige Kind der Getöteten ist Nebenkläger.

Ein weiterer Prozess, der am 17. Mai beginnt, betrifft einen 44-Jährigen aus dem Falkensteiner Stadtteil Ermsleben.

Thomas M. hatte am 14. November 2010 gegen neun Uhr selbst den Rettungsdienst verständigt und gemeldet, dass seine Mutter mit blutendem Kopf in der gemeinsamen Wohnung liege.

Der Notarzt stellte nach seinem Eintreffen im alten Fachwerkhaus in der Konradsburgerstraße fest, dass das Gesicht der 85-Jährigen, die im Bett lag, bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen war. Er zog die Polizei hinzu. Die Beamten nahmen den Sohn vorläufig fest. Das Amtsgericht erließ am 15. November Haftbefehl.

Die Obduktion der Rentnerin ergab "Tod durch stumpfe Gewalt". Es wird davon ausgegangen, dass die Frau mit Fäusten zu Tode geprügelt wurde. Das Tatmotiv könnte sein, dass der Arbeitslose mit der Pflege seiner kranken Mutter völlig überfordert war.

Auch M. war bei seiner Festnahme stark alkoholisiert.

Die Erste Große Strafkammer in Magdeburg hat vorerst fünf Prozesstage angesetzt und insgesamt 17 Zeugen geladen. Dem Landgericht stehen zwei medizinische Sachverständige zur Seite.