Möckern. Das Unternehmen "Wiesenhof" wird mit allen rechtlichen Mitteln gegen das Magazin "Stern" vorgehen. Das sagte der Geschäftsführer der Wiesenhof Geflügel Möckern GmbH, Michael Schönewolf, nach einem Artikel über angeblich katastrophale Hy- giene-Zustände im Wiesenhof-Schlachthof Möckern (Volksstimme berichtete).

"Alle Vorwürfe sind nachweislich falsch", so Schönewolf gestern. Während der "Stern" behauptet, zehn Prozent der geschlachteten Tiere seien verunreinigt, hätten Amtsveterinäre im vergangenen Monat eine Quote von 0,14 Prozent festgestellt. "Darüber war der ,Stern‘ informiert", so Schönewolf. Auch seien die Fotos, die den Befall von Schwarzschimmel dokumentieren sollen, veraltet und stammen nicht aus dem Schlacht- sondern aus dem Abfallbereich. Dieser sei 2010 saniert worden.

Die Vorwürfe im "Stern" beziehen sich auf Kontrollen vom April 2010. "Seitdem wurden alle Mängel abgearbeitet", so Michael Schönewolf. Zu Aspekten, bei denen es um Kühlung und Dauer der Fleischbeschau geht, laufen derzeit Verfahren, die Klarheit bringen sollen. Das Unternehmen der phw-Gruppe, das den Geflügelschlachthof im Jerichower Land betreibt, verweist auf regelmäßige und unangemeldete Kontrollen, die im Schlachthof durchgeführt werden. Laut Schlachthof-Chef Schönewolf hat der Betrieb im Jahr 2010 alle 30 Kontrollen zum Teil mit Bestnoten bestanden. Lebende und geschlachtete Tiere würden mehrmals auf Verunreinigungen überprüft. "Unsere Produkte sind 100 Prozent salmonellenfrei", betont Schönewolf. Der Vorwurf überhöhter Schlachtzahlen sei von der Staatsanwaltschaft entkräftet worden, erinnerte der Geschäftsführer.

Mit einem herzhaften Biss in Wiesenhof-Broiler gaben gestern der Landrat des Jerichower Landes, Lothar Finzelberg, und Möckerns Bürgermeister Frank von Holly ein Bekenntnis zu Broilern aus Möckern ab. Für den Landkreis erledigen fünf Mitarbeiter bei Wiesenhof die tägliche Fleischbeschau.

Zu Gerüchten, dass die Tippgeber für den "Stern"-Artikel im Landesverwaltungsamt und der im Landkreis angegliederten Unteren Veterinäraufsicht zu suchen wären, sagte Landrat Finzelberg: "Es gibt bei behördlichen Kontrollen immer Leute, die mit den Kontrollen oder dem Umgang mit den Ergebnissen unzufrieden sind."

Als Qualitätsgarantie sieht Schlachthof-Geschäftsführer Schönewolf auch seine 350 Mitarbeiter: "Die geben kein schlechtes Produkt raus."