Magdeburg. Die Umstrukturierung der bundeseigenen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) nimmt Gestalt an. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat jetzt dem Haushaltsausschuss einen zweiten Bericht zu den Neuordnungsplänen vorgelegt. Konkrete Zahlen zum vorgesehenen Stellenabbau gehen daraus nicht hervor. Doch angesichts der angekündigten Zusammenlegung zahlreicher Ämter rechnet der SPD-Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka mit erheblichen Arbeitsplatzeinbußen. "Ramsauers Pläne bedeuten das Aus für das Wasserstraßenneubauamt und das Wasserstraßenamt Magdeburg in ihrer bisherigen Form", kritisierte Lischka.

Der Ministeriumsbericht, der der Volksstimme vorliegt, kündigt an, dass die Wasserstraßenneubauämter Magdeburg und Berlin zur "Investitionsbündelungsstelle Ost" zusammengefasst werden. Die Wasserstraßenämter Magdeburg, Dresden und Lauenburg sollen ebenfalls fusionieren, ohne dass der neue Behördensitz genannt wird.

Lischka: "In beiden Fällen ist völlig offen, was das für den Standort Magdeburg und die Beschäftigten bedeutet. Das Versprechen, dass es keine betriebsbedingten Entlassungen geben wird, kann jedenfalls nicht beruhigen." Die Reform bestehe nur im Zusammenschieben von Ämtern, ohne dass die Kriterien dafür bekannt seien.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte, Facharbeiterstellen sollten eingespart werden, um Platz für höhere Beamte zu machen.

In Magdeburg sind insgesamt drei Wasserstraßenbehörden angesiedelt: Neben dem Wasserstraßenamt und dem Wasserstraßenneubauamt auch die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost mit zusammen etwa 750 Beschäftigten. Sie sind unter anderem zuständig für den reibungslosen Schiffsverkehr auf der Elbe, dem Mittellandkanal und zahlreichen kleineren Kanälen und Flüssen in Ostdeutschland.

Ramsauer hatte angekündigt, finanzielle und personelle Ressourcen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung künftig dort zu konzentrieren, wo viel Schiffsgüterverkehr herrscht. Das wäre im Westen und Süden Deutschlands. Meinung