Magdeburg/Berlin (dpa/os). Die Sicherheitslage in Deutschland und Sachsen-Anhalt bleibt von dem Tod Bin Ladens weitgehend unberührt. Wie das Innenministerium in Magdeburg auf Nachfrage mitteilte, liegen bislang keine Erkenntnisse über Auswirkungen auf die Sicherheitslage vor. Eine spezielle Beobachtung zum Schutz von Einrichtungen der USA bestätigte das Ministerium nicht. Sprecherin Anke Reppin: "Die Behörden sind sensibilisiert und wachsam. Bei Lageveränderungen wird das Innenministerium reagieren."

Das Auswärtige Amt in Berlin rief die Deutschen zu erhöhter Vorsicht bei Auslandsreisen auf. Entsprechende Reisehinweise sollten aktualisiert werden. In Ägypten hat die Polizei ihre Patrouillen in den Touristenzentren verstärkt. Die Einsatzkräfte in Luxor und Umgebung wurden in Alarmbereitschaft versetzt, auch die Tempel und Ausgrabungsstätten werden stärker als sonst bewacht. Konkrete Hinweise auf mögliche Racheakte gegen Ausländer lagen der Polizei aber nicht vor.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte, er habe zwar bisher keine Hinweise, dass die Terrorgefahr in Deutschland gestiegen sei. Er wolle aber keine Entwarnung geben. Dem schließt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) an. Bernhard Witthaut, GdP-Vorsitzender, verbreitete in einer Mitteilung, aus seiner Sicht sei "höchste Wachsamkeit" geboten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die verschiedenen Terrornetzwerke den Tod Bin Ladens rächen wollen. "Aktionsfähige Gruppen gibt es in vielen Ländern, wie der jüngste Bombenanschlag in Marrakesch und die Festnahmen in Düsseldorf und Bochum beweisen", so der GdP-Vorsitzende. Die Gewerkschaft setzt sich für eine Verlängerung der Antiterrorgesetze ein.

Der britische Außenminister William Hague ordnete eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen in britischen Botschaften weltweit an. "Dies ist ein sehr ernster Schlag für Al-Qaida. Wie jede Organisation, die einen schweren Schlag erlitten hat, werden sie zeigen wollen, dass sie noch immer in der Lage sind zu operieren", sagte Hague in Kairo.

In Frankreich herrscht seit den Anschlägen in London im Juli 2005 die zweithöchste Terrorwarnstufe. In Italien spricht Außenminister Franco Frattini von einer "sehr hohen Wachsamkeit". Italiens Geheimdienste seien gegenwärtig dabei, Verbindungen Al-Qaidas zu Zellen in Europa zu überprüfen.