Magdeburg/Berlin (dpa/vs). Der Ausbau der Saale nahe der Mündung in die Elbe ist auch nach den neuen Plänen des Bundesverkehrsministeriums nicht gänzlich vom Tisch. "Es gibt noch keine endgültige Entscheidung", sagte eine Sprecherin in Berlin am Dienstag. Es sei ein Treffen vorgesehen, bei dem über die Prüfung der Umweltverträglichkeit gesprochen werden soll; einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht. Der bis zu zehn Kilometer lange Elbe-Saale-Kanal soll in der Nähe der Mündung der Saale in die Elbe entstehen und Flusswindungen umgehen. Das Projekt soll rund 100 Millionen Euro kosten. Umweltschützer lehnen es ab.

Wegen knapper Kassen will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) Investitionen in Wasserstraßen auf wichtige Schifffahrtsrouten beschränken. Nach dem entsprechenden Konzept, das am Montag in Berlin vorgestellt worden war, werden alle Wasserstraßen des Bundes nach Verkehrsaufkommen eingestuft. Die Ministeriumssprecherin sagte, der Gütertransport auf der Elbe sei recht gering, deshalb gehöre die Saale zu den sogenannten Restwasserstraßen.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz BUND geht davon aus, dass das Projekt nicht mehr zustande kommt, weil laut der Vorlage für den Finanzausschuss des Bundestages kein Geld für den Ausbau von Restwasserstraßen zur Verfügung gestellt werden soll.

Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) sagte, Sachsen-Anhalt halte weiter am Saalekanal fest, der auch im Koalitionsvertrag verankert sei. Er sei wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Zur Neustrukturierung für die Wasserstraßen sagte Webel: "Man darf den Osten nicht abkoppeln." Die Landesregierung werde Widerstand leisten.