Magdeburg (sj). "Ich bin dann mal weg" - so heißt Hape Kerkelings Buch über seine Pilger-Erfahrungen auf dem Weg ins spanische Santiago de Compostela. Wer es langsamer angehen möchte, kann sich auf dem 370 Kilometer langen Jakobusweg Sachsen-Anhalt ausprobieren: Die St. Jakobusgesellschaft lädt bis Oktober einmal monatlich zum Samstagspilgern ein. Der nächste Start ist am 14. Mai von Wolmirstedt nach Magdeburg. Wer mitpilgern will, trifft sich um 9 Uhr am Bahnhof (eine Anmeldung ist nicht erforderlich). Dort wartet der Pilgerbegleiter, der als Erkennungszeichen einen Rucksack mit der Jakobsmuschel auf blauem Grund trägt, dem Zeichen der Jakobuspilger. Die Pilger kehren auf ihrer rund 25 Kilometer langen Route, die zumeist abseits von Straßen liegt, auch in Kirchen ein.

"Pilgern ist etwas für die Seele. Es geht nicht in erster Linie um das Erreichen eines Zieles, sondern um Pilgern als Symbol des Lebens, der immerwährenden Suche nach dem Sinn des Lebens", erklärte Pfarrer Sebastian Bartsch, Präsident der St.-Jakobus-Gesellschaft Sachsen-Anhalt. Das heutige Pilgern erweise sich als "Beten mit den Füßen".

Die alte christliche Pilgertradition hat in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt. Pilgerwege gelten als die ersten europäischen Kulturwege, die Christen zu den drei großen Pilgerzielen des Mittelalters, Rom, Jerusalem und Santiago de Compostela zum dem Grab des Apostels Jakobus nahmen. Der Weg beginnt an der Haustür eines jeden Pilgers. Der Jakobusweg in Sachsen-Anhalt wurde 2005 eröffnet, der über 22 Stationen zu Kirchen und Klöstern führt.

www. jakobusweg-sachsen-anhalt.de