Magdeburg (wb). Trotz der von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) geplanten Reform der Wasserstraßenverwaltung hält Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am Bau des Saalekanals fest. "Es kann keine Rede davon sein, dass sich der Bund vom Bau verabschiedet hat", sagte Webel der Volksstimme. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte, die Entscheidung über den Bau des Saalekanals sei noch offen. Das ökologisch umstrittene Projekt soll 100 bis 160 Millionen Euro kosten.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) begrüßte unterdessen die von der Bundesregierung vorgesehene Einordnung von Elbe und Saale in das sogenannte Neben-Wasserstraßennetz beziehungsweise "Restnetz" von untergeordneter Bedeutung. Damit sinken auch die Chancen für das Kanalprojekt. Dies sei ein großer Erfolg für alle Verbände, Kirchen und Initiativen zum Schutz der Flüsse, sagte BUND-Chef Hubert Weiger.

"Der Kanal war immer ein ökonomisch wahnwitziges Vorhaben. Wir freuen uns über den neuen Realitätssinn in Berlin", erklärte Grünen-Landeschef Christoph Erdmenger.

Webel mahnte, die Umstrukturierung der Wasserstraßenbehörden müsse mit Augenmaß betrieben werden. "Die drei Ämter in Magdeburg mit 750 Mitarbeitern haben große arbeitsmarktpolitische Bedeutung", sagte er.