Magdeburg. Die CDU-Fraktion bleibt in Männerhand. Von zehn zu wählenden fachpolitischen Sprechern gingen bei der Fraktionssitzung am Dienstag alle Posten an Männer. Auch bei den Ausschussvorsitzenden gingen drei der vier Posten an die Herren. Ein zuvor von Eva Feußner eingebrachter Antrag zur Satzungsänderung, möglichst 30 Prozent aller herausgehobenen Funktionen mit Frauen zu besetzen, verfehlte die nötige Zweidrittel-Mehrheit deutlich.

Feußner: "Das ist ein eindeutiges Votum gegen uns. Ich frage mich, wie wir mit solch einem Ergebnis noch Frauen für die CDU gewinnen wollen." Frauke Weiß: "So ist das nun mal in der CDU. Aber wir geben nicht auf."

In der CDU-Fraktion sitzen 35 Männer und sechs Frauen. Die Stimmung ist in der Truppe seit Wochen gereizt, zumal sich gar Männer aus der Führungsebene beleidigend geäußert haben sollen. So sollen Bemerkungen wie "Eierstockgehabe" und "hormongesteuerte Frauen" gefallen sein.

Feußner meinte: "Ich zweifle, ob sich die Stimmung zum Guten wendet." Der neue Fraktionschef André Schröder bemühe sich zwar, doch sei dies noch nicht ausreichend.

Feußner, lange Zeit Fraktionsvize und Bildungspolitikerin, hatte sich als finanzpolitische Sprecherin beworben. Obwohl sie keinen Gegenkandidaten hatte, bekam sie nur 17 Stimmen – 18 Fraktionäre lehnten sie ab. Den Posten bekam dann Landtagsneuling Kay Barthel.

Für das Amt des bildungspolitischen Sprechers hatte Angela Gorr kandidiert – sie verlor knapp gegen Jürgen Weigelt mit 18 zu 19 Stimmen.

Nicole Rotzsch sprach von einem Klüngel, der seine Interessen immer wieder durchsetze. So hatte sie sich für den Ausschussvorsitz Landwirtschaft beworben. Sie erzählt, wie sie schon vor der Wahl gedrängt wurde, die Bewerbung zurückzuziehen. So habe Agrarpolitiker Bernhard Daldrup sie angerufen und gesagt, er wolle lieber Frau Brakebusch, da sie "besser lenkbar" sei. Und man brauche im Ausschuss eine Gegenspielerin zu Minister Aeikens. Was Rotzsch verwunderte, da Agrarminister Aeikens das CDU-Parteibuch hat. Rotzsch trat dennoch an – und verlor. Sie erhielt, wie Feußner, nur 17 Stimmen. Gabriele Brakebusch bekam den Posten. Da die unterlegenen Frauen fast identische Stimmenzahlen verbuchten, vermuten sie klare Lager. Ihnen fiel auch auf, dass stets dann, wenn Frauen im Rennen waren, geheime Abstimmungen beantragt worden waren. Feußner. "Es ist beschämend, dass die Männer nicht mal den Mut haben, ihre Bedenken offen anzusprechen."