Nach den Enthüllungen über den Hamburger Geschäftsmann Andreas Benken hoffen Verantwortliche vor Ort auf einen neuen Investor für den Standort der einstigen Swedwood GmbH in Gardelegen. Das Wirtschaftsministerium wartet die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft ab, will aber die Suche nach Investoren unterstützen.

Gardelegen. Der Volksstimme-Bericht über den Geschäftsführer der Benkenwood GmbH Gardelegen hat gestern für Wirbel gesorgt. Andreas Benken, der im Fokus staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen steht, war im Oktober vorigen Jahres unter anderem wegen Betruges und Urkundenfälschung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. In Gardelegen war Benken als Großinvestor für den einstigen Ikea-Standort Swedwood aufgetreten, wollte rund 50 Millionen Euro investieren und 120 neue Arbeitsplätze schaffen.

Das Wirtschaftsministerium hat nun jegliche Förderaktivitäten für das Projekt erst einmal gestoppt. Wie weiter verfahren wird, ist derzeit offen. "Wir warten die Ermittlungsergebnisse ab. Alles andere wäre Spekulation", sagte Ministeriumssprecherin Beate Hagen gestern. Diese Meinung vertritt auch Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs, der nach eigenen Angaben vor wenigen Tagen von Benken selbst über die Sachlage informiert worden sei: "Benken war Hoffnungsträger", bestätigt Fuchs. Doch noch werde ermittelt. Sollten sich die Vorwürfe gegen den Hamburger aber bestätigen, "dann liegt er im Dreck und ist selbst daran schuld".

Dass die Stadt mit Planungs- und Ausgrabungskosten für ein angrenzendes Areal, das Benken als Erweiterungsfläche kaufen wollte, bereits in Vorleistung ging, sieht Fuchs nicht als Problem: Das Land habe dafür eine 90-prozentige Förderung zugesagt: "Ich vertraue darauf, dass uns das Land nicht hängen lässt."

Eher verhalten reagierten die Vorsitzenden der Gardeleger Stadtratsfraktionen. "Erst mal abzuwarten", riet zum Beispiel CDU-Fraktionschef Jörg Gebur.

Benkens 17 Mitarbeitern vor Ort wird derzeit wohl auch nichts anderes übrig bleiben. Auch sie wurden von den Enthüllungen über ihren Arbeitgeber in der Volksstimme gestern vollkommen überrascht. Im Werk selbst war nur die Verwaltung mit zwei Mitarbeiterinnen besetzt, die sich zum Geschehen allerdings nicht näher äußern wollten.